Das Buch zum Bookclub

NEU! SCHIRN BOOKCLUB

DONNERSTAG, 21. APRIL, 12. MAI + 2. JUNI, 19 UHR

Im neuen BOOKCLUB der SCHIRN lesen wir gemeinsam Texte im Kontext der Ausstellung KUNST FÜR KEINEN, um neue Perspektiven zu eröffnen und Brücken zur Kunst zu schlagen. Moderiert von der Frankfurter Autorin Cecily Ogunjobi und Expert*innen einzelner Themenschwerpunkte, u. a. mit der SCHIRN-Kuratorin Ilka Voermann.

ANMELDUNG Die Teilnahme ist kostenlos und für einzelne Termine möglich. Das Buch zum Club gibt's im Online-Shop oder an der Kasse vor Ort. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldung unter fuehrungen@schirn.de

INNERE EMIGRATION

DONNERSTAG, 21. APRIL, 19 UHR

In der ersten Session lesen wir Texte, die in der Zeit 1933-45 entstanden sind und sich verschlüsselt mit dem NS-Regime auseinandersetzen. Anhand eines Auszugs aus Klaus Manns Exilroman „Der Vulkan“ beleuchten wir die Debatte um den Begriff der „Inneren Emigration“. Was bedeutet diese vermeintliche Einkehr und wie ist diese heute zu bewerten? Diese Frage vertiefen wir anhand von weiteren Texten von Stefan Andres und der Frankfurter Autorin Marie Luise Kaschnitz, die in Deutschland blieben und weiterarbeiteten. Was wurde in der Zeit geschrieben, was wurde veröffentlicht? Wie können wir ihre Werke einordnen und finden sich Brücken zur Kunst?

DIKTATUR

DONNERSTAG, 12. MAI, 19 UHR

Was ist eine Diktatur? Wie lebt es sich in einer Diktatur und wie wird Kunst in einem totalitären Staat instrumentalisiert? Anhand von Klassikern aus der Literatur, wie Orwells „1984“ oder zeitgenössischen Romanen, wie Oliver Hilmes „Berlin 1936“ nähern wir uns dem Thema und decken Strategien der Propaganda in der Kunst auf. Ein Auszug eines Vortrags von Hannah Arendt hilft uns dabei, über die persönliche Verantwortung in Diktaturen nachzudenken. Ausgehend von den Texten knüpfen wir Verbindungen zu Werken in der Ausstellung, besprechen Fragen der Moral, des Mitläufertums und der schweigenden Masse und blicken nicht zuletzt auch ganz konkret auf das Thema Täterschaft.

SCHULD & VERDRÄNGUNG

DONNERSTAG, 2. JUNI, 19 UHR

In der letzten Session bewegen wir uns immer weiter Richtung Gegenwart und setzen und mit den Themen Verdrängung und Schuld auseinander. Wie wird Verdrängung in der Psychologie und Philosophie definiert? Wie können wir heute mit der Schuldfrage umgehen und was können wir aus der Literatur lernen? Ilse Aichingers Kurzgeschichte „Der Kai“ bildet den Abschluss des ersten BOOKCLUBS zur Ausstellung und wirft ganz aktuelle Fragen auf: Aichinger lebte als „Halbjüdin“ in Wien und musste sich bis zum Kriegsende verstecken, um der der Deportation zu entgehen. In „Der Kai“ nimmt Aichinger Bezug auf ihr eigenes Leben, beschreibt Krieg und Vertreibung, verankert die Ereignisse aber bewusst weder geografisch noch historisch. Vielmehr wird den Begriffen eine symbolische Bedeutung zugewiesen und damit verallgemeinert: Überall und jederzeit könnte es stattfinden und stattgefunden haben.

Jeanne Mammen, Sterbender Krieger (Junger Soldat im Frontfeuer), um 1943, © Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Oliver Ziebe