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Gais

13.09.2013

2 min Lesezeit

Gais malt auf WÀnde und BodenflÀchen und entwickelt aus zweidimensionalen Bildern betretbare RÀume, die den Betrachter einladen, sie mit allen Sinnen zu erfahren. Seine Arbeiten stehen in der Tradition brasilianischer Installationskunst.

Den GraffitikĂŒnstler Gais (Rio de Janeiro) interessiert das Unsichtbare, „die Poesie“, die hinter den Dingen liegt. Als „Pixador“ taggte er seinen Namen oder den seiner Crew auf HauswĂ€nde – ein Zeichen der eigenen Existenz und Ausdruck des Protests. Nachdem er sich in den 1990er Jahren mit dem „Neoconcretismo“ beschĂ€ftigt hatte, der mit seiner zurĂŒckgenommenen Formensprache die Kunst und Architektur Rio de Janeiros seit den 1950er Jahren wesentlich prĂ€gt, begann er geometrisch-abstrakte Bilder in den öffentlichen Raum zu sprayen. Im Museumsraum gilt abstrakte Malerei als der Bildungselite vorbehaltene „Hochkunst“. In den Favelas von Rio de Janeiro findet sie durch Gais’ großformatige Arbeiten ein neues Umfeld und ein erweitertes Publikum. An WĂ€nde und auf BodenflĂ€chen gemalt, entwickeln sich die von zweidimensionalen Bildern inspirierten Strukturen zu betretbaren RĂ€umen, die den Betrachter einladen, sie mit allen Sinnen zu erfahren. So stehen Gais’ Arbeiten in der Tradition brasilianischer Installationskunst. Der verwinkelte Bauzaun vor der SCHIRN wird zum Untergrund einer farbenprĂ€chtigen Arbeit des KĂŒnstlers, die sich in bedeutungsstiftender NĂ€he zu der Ausstellung BRASILIANA. INSTALLATIONEN VON 1960 BIS HEUTE in der Galerie der SCHIRN befindet.