Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Future of Yesterday, 2026, Film still
© Courtesy of the artists & Fortes D’Aloia & Gabriel

Bald in der SCHIRN: Bárbara Wagner & Benjamin de Burca. The Tunnels We Dig

14.01.2026

3 min Lesezeit

Bárbara Wagner & Benjamin de Burca
Ein Paar posiert lächelnd vor einer blauen, geometrisch gefliesten Wand in lässiger Kleidung.

In ihren Videoarbeiten und -installationen arbeitet das Künstler*innendou Bárbara Wagner & Benjamin de Burca mit Subkulturen zusammen. Die SCHIRN zeigt Arbeiten jenseits der etablierten Kunstszene, in denen kultureller Widerstand und die Aushandlung von Identität der beteiligten Subkulturen porträtiert wird.

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Die SCHIRN präsentiert die erste große Einzelausstellung von Bárbara Wagner (*1980) & Benjamin de Burca (*1975) in Deutschland. Seit über einem Jahrzehnt realisiert das in Brasilien lebende Künstler*innenduo gemeinsam Videoarbeiten und -installationen in Zusammenarbeit mit kulturellen Bewegungen und kollektiven Praktiken, die außerhalb etablierter Orte oder abseits der zeitgenössischen Kunstszene stattfinden.

Der titelgebende Tunnel ist als physische Struktur, aber ebenso als Metapher für künstlerischen Ausdruck, kulturellen Widerstand oder die Aushandlung von Identität zu verstehen. Porträtiert werden lokal geprägte, heute intergenerationale Szenen, die jeweils in den 1970er- und 1980er-Jahren als Jugendbewegungen mit eigenständigen kulturellen oder musikalischen Strukturen und Referenzsysteme entstanden.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die eigens entwickelte Neuproduktion „Future of Yesterday“ (2026). Diese Videoinstallation widmet sich der aktuellen Hardcore-Szene und insbesondere Straight Edge (kurz „sXe“) in Deutschland – eine Bewegung, die an der Ostküste der USA als „cleane“ Gegenkultur innerhalb der Post-Hardcore-Punkszene der 1980er-Jahre begann. Wagner & de Burca setzen diese in der SCHIRN in den Kontext weiterer Musikbewegungen: Eine ihrer ersten Arbeiten „Estás vendo coisas / You are seeing things“ (2016) untersucht die Brega-Szene aus Recife, die in den 1970er-Jahren im Nordosten Brasiliens aufkam. In der Videoinstallation „RISE“ (2018) geht es um Kanadier*innen der ersten und zweiten Generation afro-karibischer Herkunft, die in einem Akt der Selbstermächtigung den öffentlichen Raum der U-Bahn in Toronto künstlerisch einnehmen.

Eindrucksvoll thematisieren die audiovisuellen Arbeiten der Schau jeweils drängende sozio-politische Anliegen in den Gemeinschaften der Darsteller*innen; sie greifen kulturelle Ausdrucksformen auf, mit denen diese sich identifizieren und eine Stimme finden. Bezeichnend für den künstlerischen Prozess von Wagner & de Burca ist die kollaborative Zusammenarbeit: Die jeweiligen Gruppen sind aktiv an der Gestaltung von Skript, Bühnenbild, Musik, Choreografie und Inszenierung beteiligt.

Ein Paar posiert lächelnd vor einer blauen, geometrisch gefliesten Wand in lässiger Kleidung.
Porträt von Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, 2025
© Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Courtesy of the artists and Fortes, D’Aloia & Gabriel, São Paulo/Rio de Janeiro
Junge zeigt eine Kassette mit dem Titel „Die Zukunft von Gestern“ in kreativem Design.
Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Future of Yesterday, 2026, Film still
© Courtesy of the artists & Fortes D’Aloia & Gabriel
Eine Person mit Tattoos und blonden Haaren blickt in einen Spiegel, umgeben von bunten Lichtern.
Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Estás vendo coisas / You are seeing things, 2016. Film still (MC Porck and Dayana)
© Courtesy of the artists and Fortes, D’Aloia & Gabriel, São Paulo/Rio de Janeiro
Zwei Männer posieren in einer modernen Umgebung vor der Kamera, während ein dritter Mann sie filmt.
Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, RISE, 2018, Film still
© Courtesy of the artists and Fortes, D’Aloia & Gabriel, São Paulo/Rio de Janeiro