Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT prĂ€sentiert eine groĂe Soloschau des in Frankfurt lebenden KĂŒnstlers Thomas Bayrle (*1937). Zu sehen sind 55 Werke insbesondere aus den letzten 20 Jahren, darunter Malerei und Grafik, Skulptur und Objektkunst sowie Soundinstallationen und eine Videoarbeit.
Bayrle behandelt in seiner Kunst grundlegende Aspekte der modernen Gesellschaft. Wie hĂ€ngen Religion und Gesellschaft, Individuum und Masse, industriell gefertigte Produkte und die technischen Apparate ihrer Herstellung zusammen? Neben den Strukturen von Konsum, UrbanitĂ€t und Technologie spielen Fortbewegung, Pop- und Massenkultur sowie (Ersatz-)Religion eine zentrale Rolle. Der KĂŒnstler widmet sich populĂ€ren Werken der Kunstgeschichte von Michelangelo ĂŒber Caravaggio und Masaccio bis hin zu Claude Monet ebenso wie dem Thema der Arbeit.
In den 1960er- und 1970er-Jahren legte er den innovativen Grundstein seiner charakteristischen Superformen. Das Wiederholen, Vernetzen und Verweben von Einzelelementen zu einem Gesamtbild findet sich bis heute in nahezu allen Werken Bayrles und ist eng verbunden mit der Biografie des KĂŒnstlers.
Bayrle absolvierte zunĂ€chst eine Lehre als Maschinenweber, bevor er sich der Gebrauchs- und Druckgrafik zuwandte. Die dort angewandten Drucktechniken hat er sowohl materiell als auch konzeptionell in seiner Kunst weitergefĂŒhrt, die den Weg von der Analogtechnik zur heutigen omniprĂ€senten DigitalitĂ€t beschreibt. So gehen seine Werke mit dem aktuellen Ausstellungsort der SCHIRN, dem IndustriegebĂ€ude der ehemaligen Dondorf Druckerei, einen besonderen Dialog ein.