GEORGES SEURAT. FIGUR IM RAUM
Der französische Neoimpressionist Georges Seurat gilt als Ikone der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts. Bis zu seinem frĂŒhen Tod im Alter von 31 Jahren schuf er ein bedeutendes Ćuvre. In der Auseinandersetzung mit den Bildvorstellungen der Impressionisten und den neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Farbtheorie entwickelte Seurat jene Malweise, die als Pointillismus in die Kunstgeschichte einging und spĂ€teren Kunstschaffenden zu einer wichtigen Inspirationsquelle wurde. Seurat komponierte seine Werke akribisch aus zahllosen kleinen, nebeneinander angeordneten Farbtupfern, die sich auf der Netzhaut des Betrachters vermischen und so einzigartige Farbwelten entstehen lassen.Mit rund 60 GemĂ€lden, Ălstudien und Zeichnungen aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus u. a. London, Paris, ZĂŒrich, New York und San Francisco bietet die Ausstellung einen reprĂ€sentativen Ăberblick und nimmt zugleich einen wichtigen Aspekt in Seurats Ćuvre in den Blick: die Figur im Raum. Sowohl das malerische als auch das zeichnerische Werk kĂŒnden von seinem groĂen Interesse an diesem Sujet, dem er sich wĂ€hrend seiner gesamten Schaffenszeit widmete.
Katalog zur Ausstellung
Das Thema âFigur im Raum" verdeutlicht das unerhört Neue an George Seurats GemĂ€lden und Zeichnungen. Seine Bleistiftstriche ĂŒberziehen das Papier als dichtes Geflecht und lassen das Motiv als etwas Schwebend-Unbestimmtes hervortreten bzw. verschwinden, markante Hell-Dunkel-Kontraste umspielen und akzentuieren die Figuren. In den GemĂ€lden setzt er die Sujets in seiner Maltechnik des Pointillismus und in innovativen Kompositionen um, in spĂ€teren Arbeiten repetiert und variiert er sogar menschliche Formen innerhalb desselben Werks.