14. Juli 2017

Die große Ausstellung über eine bewegende Zeit: ein neuer Blick auf die Kunstszene der Weimarer Republik in der SCHIRN.

Von Schirn Magazin

Die Weimarer Republik gilt als Zeit der Krisen und Übergänge. Dabei waren die sozialen Spannungen und politischen Kämpfe auch der Auslöser vieler künstlerischer Revolutionen. In einer großen Themenausstellung wirft die SCHIRN einen neuen Blick auf die Jahre zwischen 1918 und 1933. Vorgestellt werden rund 200 Werke bekannter sowie bis heute wenig beachteter Künstlerinnen und Künstler.

Ein eindrück­li­ches Panorama der Kunst der Weima­rer Repu­blik

Die Ausstellung der SCHIRN setzt ein Gegengewicht zu den glamourösen „goldenen“ 1920er-Jahren, als die sie gerne präsentiert werden. Der Schwerpunkt liegt auf den Künstlerinnen und Künstlern, die diese Jahre nicht nur abbilden, sondern die Zustände kommentieren und verändern wollten – mit ironischen, grotesken oder kritisch-analytischen Darstellungen.

Spiegelbild der Gesellschaft

Die Verarbeitung des Ersten Weltkriegs, die Großstadt, die politischen Unruhen und wirtschaftlichen Abgründe werden ebenso vielfältig interpretiert wie das Rollenbild der „Neuen Frau“ oder die Debatten um § 175 (Homosexualität) und § 218 (Abtreibung). Auch die sozialen Veränderungen durch die Industrialisierung oder die wachsende Begeisterung für den Sport spiegeln sich in der Kunst der Zeit wider.

George Grosz, Straßenszene (Kurfürstendamm, Berlin), 1925, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Otto Griebel, Zirkusbild, 1925, Kunstsammlungen Zwickau, Max Pechstein Museum © Foto-Atelier Lorenz

Die thematisch angelegten Räume führen verschiedene Orte und „Szenen“ zusammen, die bislang getrennt voneinander betrachtet wurden. So entsteht im Überblick der zahlreichen unterschiedlichen Stilprägungen ein klares Gesamtbild, das bis zur deutschen Wiedervereinigung zerrissen blieb – mit Brennpunkten, die bis heute Gültigkeit besitzen.

Von Otto Dix bis Jeanne Mammen

Die Ausstellung versammelt die Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die in ganz Deutschland tätig waren, u. a. Max Beckmann, Kate Diehn-Bitt, Otto Dix, Dodo, Conrad Felixmüller, George Grosz, Carl Grossberg, Hans und Lea Grundig, Karl Hubbuch, Lotte Laserstein, Alice Lex-Nerlinger, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen, Oskar Nerlinger, Franz Radziwill, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Scholz und Richard Ziegler. Zusammen mit historischen Fotografien, Filmen, Zeitschriften und Plakaten entwirft die SCHIRN ein eindrückliches Panorama der Kunst der Weimarer Republik.

Otto Dix, Zuhälter und Prostituierte, 1923, The Morgan Library & Museum, Bequest of Fred Ebb, 2005.126, Photography by Janny Chiu 2015, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017