Lass’ uns essen! Die 7 schönsten Museumscafés
29.08.2021
5 min Lesezeit
Hungrig Kunst anschauen ist nie eine gute Idee: In diesen Museumscafés lässt es sich besonders gut verweilen.
1. Fresko, Staatsgalerie Stuttgart
Nur eine gute Zugstunde entfernt befindet sich ein Museumscafé-Kleinod in schönstem Billie Eilish-Grün. Das kam so: 1984 eröffnete der Erweiterungsbau der Staatsgalerie Stuttgart, die Neue Staatsgalerie. Heute gilt das Bauwerk von James Stirling mit seinen markanten roten, grünen, blauen und pinken Applikationen als eines der wichtigsten Beispiele der Postmoderne. In der kann man nicht nur Kunst anschauen, sondern davor & danach auch Pasta, Tabouleh oder schwäbische Maultaschen ordern – im Fresko huldigen nämlich nicht nur die Fensterstreben der farbenfreudigen Architektur, auch der komplette Fußboden ist im Signature-Grün des Bauwerks gehalten, das sich irgendwo zwischen Apfel und Neon, also in etwa der gerade ehemalig gewordenen Haarfarbe des eingangs erwähnten Pop-Stars, verorten lässt. Nach einer halben Stunde Café-Besuch wirkt das merklich auf der Netzhaut nach.
3. The Refreshment Rooms, Victoria & Albert Museum, London
Das älteste Museumscafé der Welt ist zugleich vermutlich auch ihr schönstes. Und dann wartet das Londoner Victoria & Albert Museum zu allem Überfluss nicht nur mit einem, sondern gleich mit drei komplett eigenständig gestalteten Räumen auf, die 1868 feierlich eröffnet wurden und seitdem behutsam in Stand gehalten werden: Der Gamble Room sollte mit seinem luxuriösen Dekor, den glitzernden Glas-, Emaille- und Keramik-Intarsien an ein mondänes Pariser Kaffeehaus oder an die Bahnhofshallen jener Zeit erinnern.
Der Poynter Room, in dem früher die heißen Grillspeisen serviert und auch zubereitet wurden, ist mit blau-weißen Kacheln ausgestattet, die übrigens von Student*innen einer örtlichen Porzellan-Klasse hergestellt wurden. Der Morris Room schließlich wurde vom Namensgeber William Morris gestaltet, einem der wichtigsten Designer des viktorianischen Zeitalters, der dunkles Blau, Holzarbeiten und Motive von Flora und Fauna verwendete. Zwar hat das Museum inzwischen ein zusätzliches Café, die weitaus charmanteren Refreshment Rooms stehen aber grundsätzlich noch offen. Zum Beispiel für einen High Tea, den man nach Voranmeldung hier einnehmen kann.
4. The Cycladic Café, Museum of Cycladic Art, Athen
Ganz ohne spektakuläre Grundlage haben Stelios Kois und sein Team dieses Museumscafé umgestaltet: Gelegen zwischen zwei Gebäudeteilen, bot dieser Ort im Museum für kykladische Kunst in Athen ursprünglich wenig Glamour. Auch die spektakulären Ausblicke, mit denen andere Museen in der griechischen Hauptstadt aufwarten, gibt es hier nicht. Und trotzdem gewinnt man dank einer eingelassenen, weißen Struktur, rundherum von Pflanzen gesäumt, das Gefühl von viel Licht und Grün.
6. The Café Jacquemart-André, Jacquemart-André Museum, Paris
Der „schönste Tea Room von ganz Paris“, wie das Museum sein hauseigenes Café bewirbt, befindet sich im ehemaligen Speisesaal von Édouard André und Nélie Jacquemart. Das französische Sammlerpaar vermachte seine Kunstsammlung mitsamt dem eigenen Stadtpalais der Stadt Paris. Meisterwerke der Renaissance, der französischen Schule und der Flämischen Meister schmücken nicht nur die Museums-, sondern auch die Caféwände. Besuchen kann man das Café aber auch ohne Rundgang durch die Sammlung. Zu jeder Ausstellung wird ein Menü mit Bezug zum jeweiligen Thema kreiert, das das tägliche Angebot ergänzt.