Hannah Höch: 1945 (Das Ende), 1945, Öl auf Leinwand, 92,8 x 81,4 cm, Berliner Sparkasse, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

KUNST FÜR KEINEN. 1933–1945

4. März – 6. Juni 2022

Zwischen 1933 und 1945 kontrollierte das nationalsozialistische Regime das künstlerische Schaffen in Deutschland. Insbesondere Künstlerinnen und Künstler, die wegen ihrer Religion, ihrer Herkunft oder politischen Einstellung verfolgt wurden, flüchteten vor den staatlichen Bedrohungen in die Emigration. Was aber passierte mit denjenigen, die im Land blieben? Isolation, fehlendes Publikum und mangelnder Austausch prägten das Schaffen jener, denen im Nationalsozialismus die Arbeits- und Lebensgrundlage entzogen wurde. Ihre Situation wird oft pauschal als „Verfemung“ oder „innere Emigration“ beschrieben. Angesichts der vielschichtigen und widersprüchlichen persönlichen Umstände greifen diese Begriffe jedoch zu kurz. In der umfassenden Überblicksausstellung „KUNST FÜR KEINEN. 1933–1945“ zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt, welche unterschiedlichen Strategien und Handlungsspielräume Kunstschaffende nutzten, die keinen Anschluss an das NS-Regime suchten oder fanden.

Mit Werken von u. a. Otto Dix, Lea Grundig, Hannah Höch, Karl Hofer, Jeanne Mammen, Ernst Wilhelm Nay, Franz Radziwill und Fritz Winter

Jeanne Mammen: Sterbender Krieger (Junger Soldat im Frontfeuer), um 1943, Tempera auf Karton, 151x140 cm, Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin, © Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Oliver Ziebe, Berlin

Anhand von 14 ausgewählten Biografien verdeutlicht die Ausstellung, dass nicht allein Apathie, Stillstand und Aussichtlosigkeit die künstlerische Arbeit in dieser Zeit bestimmten. Rückbezug auf das eigene Werk, Kreativität trotz Materialknappheit, Beschäftigung mit existenziellen Themen und inhaltliche Anpassung waren etwa Reaktionen auf die NS-Kunstpolitik. Die Ausstellung definiert keine einheitliche stilistische Entwicklung, sondern beleuchtet mit individuellen Fallbeispielen und etwa 140 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien die Widersprüchlichkeit dieser Zeit. Beteiligte Künstlerinnen und Künstler sind Willi Baumeister, Otto Dix, Hans Grundig, Lea Grundig, Werner Heldt, Hannah Höch, Marta Hoepffner, Karl Hofer, Edmund Kesting, Jeanne Mammen, Ernst Wilhelm Nay, Franz Radziwill, Hans Uhlmann und Fritz Winter.


Pressemitteilung zur Ausstellung „KUNST FÜR KEINEN. 1933–1945""

15.12.2021 | In der umfassenden Überblicksausstellung zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt, welche unterschiedlichen Strategien und Handlungsspielräume Kunstschaffende nutzten, die keinen Anschluss an das NS-Regime suchten oder fanden.

Zu Dowloads hinzufügen
PDF anzeigen

Jeanne Mammen, Sterbender Krieger (Junger Soldat im Frontfeuer), um 1943, Tempera auf Karton, 151 x 140 cm, Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin, © Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Oliver Ziebe, Berlin

Hannah Höch, 1945 (Das Ende), 1945, Öl auf Leinwand, 92,8 x 81,4 cm, Berliner Sparkasse, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Ernst Wilhelm Nay, Frauenkopf in Hand gestützt, 1944, Gouache auf Papier, 15,4 x 23,7 cm, Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren, © Foto: Peter Hinschläger Fotografie / Ernst Wilhelm Nay Stiftung / VG Bild-Kunst, Bonn 2021