KARA WALKER. A BLACK HOLE IS EVERYTHING A STAR LONGS TO BE

15. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Kara Walker (*1969) zählt zu den profiliertesten US-amerikanischen Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart. Weltweite Bekanntheit erlangte sie mit ihren wandfüllenden Scherenschnitten und raumgreifenden Skulpturen, die provokativ und eindrücklich Rassismus, Sexismus und andere Formen der Unterdrückung und Gewalt in den Fokus nehmen. Für die Ausstellung „A Black Hole is Everything a Star Longs to Be“ öffnet die Künstlerin erstmals ihr umfassendes zeichnerisches Archiv und zeigt in der Schirn Kunsthalle Frankfurt vom 15. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022 rund 650 Arbeiten der letzten 28 Jahre sowie eine Auswahl ihrer Filme.

Ihr Archiv umfasst Zeichnungen im weitesten Sinne: Aquarelle, Skizzen, Studien, Collagen, Scherenschnitte, Schriftblätter, tagebuchartige Notizen, ebenso Gefundenes wie Werbematerial und Zeitungsausschnitte. Dass Walker auf Papier arbeitet, ist zentral. Virtuos bedient sich die Künstlerin verschiedenster Stile, Referenzen und Techniken – von Kohle über Tusche bis hin zu Pastell- und Kreidezeichnungen. Ihre intimen Skizzen und Notizen sind Austragungsort grafischer Denkprozesse und zugleich Mittel der Satire und Karikatur, der Imagination und Subversion. Unerbittlich rüttelt Walker an Geschichtsbildern, befragt in radikaler Offenheit und drastischer Bildsprache rassistische Machtstrukturen, Stereotype und Geschlechterrollen. Sie bezieht sich dabei immer wieder auf historische wie aktuelle Ereignisse und Themen – vom transatlantischen Menschenhandel bis zur Präsidentschaft von Barack Obama. Die Künstlerin macht bis heute anhaltende Konflikte und Traumata sichtbar und verhandelt schonungslos die Entstehung der kollektiven US-amerikanischen sowie der eigenen Identität.

Kara Walker, Untitled, 2016, aus der Serie mit 57 Werken: Ohne Titel, Tusche, Wasserfarbe, Graphit, Gouache, Pastellkreide auf Papier, jeweils 26 x 18,1 cm © Kara Walker

Die umfas­sende Ausstellung präsen­tiert über 650 Arbeiten auf Papier sowie eine Auswahl von Filmen der Künst­le­rin

Kara Walkers umfassendes grafisches Œuvre ist bisher nahezu unbeachtet geblieben. Die meisten der in der Schirn gezeigten Zeichnungen wurden zunächst nicht explizit für die Öffentlichkeit geschaffen und erlauben einen persönlichen Einblick in den Schaffensprozess der Künstlerin. Viele haben den Charakter einer Skizze oder einer Studie und sind mit schnellen Strichen, ohne detailliert ausgearbeitete Hintergründe gefertigt. Auch in den malerisch erscheinenden Arbeiten bleibt die zeichnerische Linie wesentliches Element. Zahlreiche Blätter sind in Serien entstanden und tragen keine individuellen Titel. Die Präsentation der Arbeiten unterschiedlichen Formats hält keine Chronologie ein. Kara Walker mischt Serien aus verschiedenen Zeiten neu, sodass an den Wänden der Ausstellung neue Verbindungen entstehen. Die Intimität des Einzelblattes steht dabei in spannungsgeladener Wechselwirkung zur Menge des Gezeigten.

Eine Ausstellung des Kunstmuseums Basel in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt und dem De Pont Museum, Tilburg. Beratung für die Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt durch Contemporary And (C&).

Kara Walker, Untitled, 2016, aus der Serie mit 31 Werken: Only I can solve this (The 2016 Election), Tusche, Wasserfarbe und Graphit auf Papier, 18,1 x 26 cm © Kara Walker

DIGITORIAL®

Das digitale Vermittlungsangebot der Schirn bietet wissenswerte Hintergründe zur Ausstellung und erläutert die wesentlichen Inhalte. Es vermittelt kunst- und kulturhistorische Zusammenhänge und thematisiert über den US-amerikanischen Kontext hinaus deutsche Kolonialgeschichte und Rassismus in Deutschland. Dazu versammelt es auch unterschiedliche Perspektiven zu Kara Walkers Kunst von BPoCs aus Frankfurt und Umgebung. Das Digitorial zur
Ausstellung ist kostenlos und ab dem 15. Oktober in deutscher und englischer Sprache abrufbar unter www.schirn.de/digitorial.


Programm zur Ausstellung "Kara Walker"

14.10.2021 | Hier finden Sie das Programm zur Ausstellung Kara Walker.

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Texte der Ausstellung "Kara Walker"

14.10.2021 | Hier finden Sie die in der Ausstellung ausgelegten Texte.

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Pressemitteilung Ausstellung "Kara Walker"

28.09.2021 | Kara Walker öffnet in der Schirn ihr zeichnerisches Archiv und ermöglicht einen umfassenden Einblick in ihren künstlerischen Kosmos.

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KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

KARA WALKER, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

Kara Walker, Barack Obama as Othello "The Moor" With the Severed Head of Iago in a New and Revised Ending by Kara E. Walker, 2019, Pastell- und Contékreide sowie Kohle auf präpariertem Papier, 221,9 x 182,9 cm, Sammlung Joyner/Giuffrida © Kara Walker, Foto Jason Wyche

Kara Walker, Untitled, 2019, aus der Serie mit 36 Werken: Notebooks 2019, Collage, Tusche, Filzstift, Photokopie, Klebeband, Aufkleber, Gouache, Wasserfarbe, Graphit und Buntstift auf Papier, 27,6 x 22,5 cm © Kara Walker

Kara Walker, 'merica 2016, 2018, aus der Serie mit 38 Werken: The Gross Clinician Presents: Pater Gravidam, Graphit, Sumi-Tusche, Gofun und Gouache auf Papier, 56,52 x 76,2 cm, Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett © Kara Walker

Kara Walker, The Welcoming Commitee, 2018 aus der Serie mit 38 Werken: The Gross Clinician Presents: Pater Gravidam, Graphit, Sumi-Tusche, Gofun und Gouache auf Papier, 55,88 x 76,2 cm ©Kara Walker

Kara Walker, Untitled, 2016, aus der Serie mit 31 Werken: Only I can solve this (The 2016 Election), Tusche, Wasserfarbe und Graphit auf Papier, 26 x 18,1 cm © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, 2016, aus der Serie mit 31 Werken: Only I can solve this (The 2016 Election), Tusche, Wasserfarbe und Graphit auf Papier, 18,1 x 26 cm © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, 2016, aus der Serie mit 31 Werken: Only I can solve this (The 2016 Election), Tusche, Wasserfarbe und Graphit auf Papier, 26 x 18,1 cm © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, 2008, Tusche auf Papier, 55,9 x 71,1 cm © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, nicht datiert , Beschnittenes Papier, 65,4 x 48,3 cm, Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Ewige Dauerleihgabe der Hüni-Michel-Stiftung an das Kunstmuseum Basel, 2020 © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, 2019, aus einer Serie mit 44 Werken: Ohne Titel, Tusche, Wasserfarbe, Gouache auf Papier, 27,9 x 21,6 cm © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, 2012, aus der Serie mit 28 Werken: Trolls, Gouache auf Papier, 17,8 x 26 cm © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, 1997–1999, aus einer Serie: mit 13 Werken: Untitled, Wasserfarbe, Tusche, Gouache und Pastellkreide auf Papier, 26 x 18,1 cm, Sammlung Charlotte und Herbert S. Wagner III, Cambridge, Massachusetts © Kara Walker

Kara Walker, Yesterdayness in America Today, 2020, Graphit und Aquarell auf Papier, 221,9 x 365,8 cm © Kara Walker

Kara Walker, Untitled, aus der Serie mit 9 Werken: Notes, Tusche, Photokopie, Graphit, Filzstift und Collage auf Papier, 38,4 x 28,6 cm © Kara Walker

Kara Walker in ihrem Studio, 2019 © Foto Ari Marcopoulos

Katalog der Ausstellung

Der Kata­log vereint über 600 meis­tens bislang unver­öf­fent­lichte Zeich­nun­gen von 1992 bis 2020, die Walker bisher in ihrem Archiv unter Verschluss gehal­ten hat.

Kleine Skiz­zen, Studien und Colla­gen stehen neben tage­buch­ar­ti­gen Noti­zen, getipp­ten Gedan­ken auf Kartei­kar­ten und Traum­auf­zeich­nun­gen. In aufrüt­teln­den und teils obszö­nen Darstel­lun­gen, die tech­nisch versiert und ästhe­tisch anspre­chend sind, verhan­delt Walker Rassis­mus, Geschlecht, Sexua­li­tät und Gewalt. Dabei bezieht sie sich auf die Geschichte der USA vor dem Hinter­grund von Skla­ve­rei bis zu Barack Obamas Präsi­dent­schaft. Kara Walker bietet keine Versöh­nung mit der Vergan­gen­heit an, sondern rüttelt an Geschichts­bil­dern und Narra­ti­ven. Scho­nungs­los macht sie bis heute anhal­tende tiefe Konflikte und Miss­ver­hält­nisse sicht­bar und thema­ti­siert damit die Entste­hung von kollek­ti­ver sowie der eige­nen Iden­ti­tät.

Reich bebil­dert und biblio­phil gestal­tet vermit­telt dieser Kata­log das komplexe Werk der ameri­ka­ni­schen Ausnah­me­künst­le­rin.