Die SCHIRN präsen­tiert erst­mals Gauri Gills viel­schich­ti­ges foto­gra­fi­sches Schaf­fen in einer großen Über­blicks­aus­s­tellung

Gauri Gill, Untitled (5), 2015-heute, aus der Serie „Acts of Appearance“

GAURI GILL

13. Oktober 2022 bis 8. Januar 2023

Abseits der urbanen Zentren Indiens erkundet die Künstlerin und Fotografin Gauri Gill seit über zwei Jahrzehnten das Leben und den Alltag der ländlichen Bevölkerung. Ihre stillen, konzentrierten Bilder richten den Blick auf kaum wahrgenommene Randbereiche der indischen Gesellschaft. In einem offenen, kollaborativen Prozess und entgegen dokumentarischen Konventionen widmet sie sich Themen wie Überleben und Selbstbehauptung, Identität und Zugehörigkeit, aber auch Fragen nach Erinnerung und Autorschaft.

Die SCHIRN präsentiert erstmals Gauri Gills vielschichtiges fotografisches Schaffen in einer großen Überblicksausstellung und versammelt rund 200 Werke aus zentralen Serien. Die Dimension der Zeit und serielle Kontinuität sind ebenso wie Beharrlichkeit und Empathie sind entscheidende Faktoren ihrer künstlerischen Praxis. Fundament ihrer Arbeit und Ausgangspunkt mehrerer Fotoserien ist das Langzeitprojekt „Notes from the Desert“, in dem sich Gill seit 1999 den marginalisierten Gemeinschaften Rajasthans widmet. Insbesondere ihre freundschaftlichen Beziehungen zu Frauen bringt die Künstlerin hier, wie in ihrem gesamten Werk, in persönlichen Porträts zum Ausdruck. Als Gegenpol zu ihren Projekten in der Wüste widmet sich die Fotoserie „The Americans“ (2000– 2007) der vielfältigen Lebenswelt der indischen Diaspora in Hinblick auf Migration, Heimat und kulturelle Verbundenheit. Die Ausstellung zeigt zudem Gills kollaborativen Ansatz, u. a. in der Zusammenarbeit mit oft unbekannten Künstlerinnen und Künstlern aus ländlichen Regionen.