DOUBLE FEATURE

Das Double Feature versteht sich als Plattform für verschiedene Strömungen und Ausdrucksformen der Film- und Videokunstproduktion. Seit mehr als acht Jahren lädt die SCHIRN nationale und internationale Film- und Videokkünstler*innen ein, ein Werk aus ihrem eigenen Schaffen zu präsentieren, gefolgt von einem Film ihrer Wahl. In der SCHIRN wurden bereits Filme und Videoarbeiten von über 60 Künstler*innen gezeigt.

Double Feature versteht sich als Platt­form für unter­schied­li­che Tenden­zen und Ausdrucks­for­men der künst­le­ri­schen Film­pro­duk­tion

FILMSTILL AUS “Which Way to the West”, 2018, © Kristina Kilian

KRISTINA KILIAN

Kristina Kilian interessiert sich für verschollene Objekte und vergessene Geschichten, die sie in autofiktionalen Filmen in unsere Gegenwart zurückholt. Sie ergänzt diese Erzählungen, indem sie Interviews mit Zeitzeugen führt und in Archiven sowie an realen Schauplätzen recherchiert. Aus ihren Recherchen schreibt sie Szenarien, die auch eigene Erlebnisse und Gefühle miteinschließen. Die hybriden Filme bewegen sich zwischen Dokument und Fiktion und hinterfragen unseren Begriff von Realität.Mit ihrem letzten Film „Which Way to the West“ gewann sie den 3sat Förderpreis im Deutschen Wettbewerb bei den Kurzfilmtagen Oberhausen 2019

Maya Schweizer

Die Suche nach Erinnerungen ist ein zentrales Thema in den Arbeiten von Maya Schweizer. Wie erinnern wir uns? Woran erinnern wir uns? An welchen Orten wird Geschichte sichtbar? Und wo bleibt sie verborgen? Diesen Fragen geht die Künstlerin in ihrem Film „Voices and Shells“ (2020) nach, der eigens für ihre Einzelausstellung „Stimmen“ (2020) in der Villa Stuck produziert wurde. In München, der einstigen „Hauptstadt der Bewegung“, lassen sich bis heute sichtbare Spuren des NS-Regimes finden. Maya Schweizer beginnt ihre Spurensuche in der Kanalisation und tastet sich langsam an die Oberfläche, zu Orten wie der Feldherrenhalle, dem Haus der Kunst und der Musikhochschule. In der Kombination aus selbst gefilmtem Material und Found Footage entsteht eine Collage aus sich überlagernden Geschichten aus individueller und kollektiver Erinnerung.

FILMSTILL AUS “Autobahnkreuz”, 2006, © Thomas Bayrle

THOMAS BAYRLE

Der seit den 1950er Jahren in Frankfurt lebende Thomas Bayrle (geb. 1937) ist nicht nur einer der bekanntesten Künstler Deutschlands, sondern in gewisser Weise auch Pionier von computergenerierten Bildern. Das Zusammendenken von Maschine und Kunst steht im Zentrum seiner Arbeit, in der sich die Grenzen zwischen Pop Art und serieller Kunst, zwischen angewandter und freier Kunst, zwischen Sound und Bild auflösen und neu verbinden. In seinen neun kurzen Filmen, die zwischen 1970 und 2007 entstanden sind, vollzieht Bayrle einen simultanen Prozess seiner künstlerischen Arbeit, in der das Ganze und seine Teile einen methodischen und dekonstruktivistischen Tanz aufführen