DOUBLE FEATURE

Das monatliche Veranstaltungsformat Double Feature versteht sich als Plattform für verschiedene Tendenzen und Ausdrucksformen des Films in der aktuellen Kunstproduktion. Seit über sechs Jahren lädt die SCHIRN nationale und internationale Film- und Videokünstlerinnen und -künstler ein, eine Arbeit aus ihrem eigenen Werk vorzustellen, gefolgt von einem Film ihrer Wahl. Im Gespräch mit den Kuratoren Katharina Dohm und Matthias Ulrich sowie mit Gastkuratoren geben sie einen umfassenden Einblick in ihr Schaffen und insbesondere in ihr filmisches Interesse. Es konnten bereits Film- und Videoarbeiten von über 60 Künstlerinnen und Künstler gezeigt werden. Im Jahr 2019 erwarten das Publikum u. a. Beiträge von Pedro Barateiro, Liv Schulman, und Mario Pfeifer. Die Videoarbeiten und Gespräche mit bisher beteiligten Künstlerinnen und Künstler wie etwa Monira Al Qadiri, Bianca Baldi, Eli Cortiñas, Gery Georgieva, Beatrice Gibson, Andrew Norman Wilson, Lili Reynaud-Dewar, Ani Schulze, Timur Si-Qin, Paul Spengemann, Pilvi Takala und Holly Zausner sind unter dem Titel „Double Feature Conversations“ über den YouTube-Kanal der SCHIRN abrufbar. Das SCHIRN MAGAZIN bietet zudem mit dem redaktionellen Schwerpunkt Video Art regelmäßig diskursive Beiträge, die die Reihe Double Feature begleiten.

Double Feature versteht sich als Plattform für ganz unterschiedliche Tendenzen und Ausdrucksformen der künstlerischen Filmproduktion sowie der Gegenüberstellung bekannter und weniger bekannter Positionen.

DEMNÄCHST: ROSA AIELLO

Literatur und die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Narration spielen eine wesentliche Rolle in Rosa Aiellos Arbeiten, die sich zwischen Fotografie, Film und Performance bewegen. Ausgehend von Patricia Highsmiths Erzählungen "Little Tales of Misogyny" entwickelt Aiello eine Serie von Fotografien und den Film "The Coquette". In diesem zeigt die Künstlerin stereotypische Frauenfiguren und Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern auf und fokussiert dabei die Bedeutung von Sprache.

The Coquette, 2018 © Rosa Aiello. Courtesy the artist
In our time, 2017 © Gerard Byrne. Courtesy the artist and lisson gallery

GERARD BYRNE

Gerard Byrne untersucht die Konstruktion von Bildern, deren Vermittlung und wie kollektive Momente geschaffen werden. Seine Arbeiten basieren häufig auf Fotomaterial aus Magazinen der 60er bis 80er Jahre, die sich in seinen filmischen und fotografischen Umsetzungen einer anderen Gegenwart behaupten. Byrnes Film "In Our Time" (2017), der bei den Skulpturen Projekten in Münster zu sehen war, spielt trotz aktuellster Filmtechnik offensichtlich nicht in unserer Zeit.

FILMSTILL AUS VIDEOARBEIT. "THE OPENING MONOLOGUE"©PEDRO BARATEIRO AND NETWERK AALST, 2018

PEDRO BARATEIRO

Sprache, Technologie, Information, Distribution – Pedro Barateiro nimmt mit seinen Filmen, Skulpturen, Performances und Installationen die Mechanismen und Strukturen postkapitalistischer Gesellschaften in den Blick, die sich in Vorstellungen, Gedanken und den Alltag einschreiben. Ausgehend von Motiven der Popkultur, historischen Fakten, literarischen und theoretischen Texten sowie anderen Materialien untersucht der Künstler, wie konstruierte Narrative unsere Realität beeinflussen und manipulieren.

MARIO PFEIFER

Mit einem kultur­an­thro­po­lo­gi­schen Blick erkun­den Mario Pfei­fers Video­ar­bei­ten die Verflech­tun­gen von Iden­ti­tät und Kultur mit den sozio­öko­no­mi­schen und -poli­ti­schen Struk­tu­ren verschie­dens­ter Gesell­schaf­ten, häufig ausge­hend von einer Zusam­men­ar­beit mit loka­len Prot­ago­nist/innen. Dabei hinter­fra­gen Pfei­fers Arbei­ten, die zwischen doku­men­ta­ri­schem Ansatz und ästhe­ti­scher Insze­nie­rung balan­cie­ren, zugleich die ihnen zugrun­de­lie­gen­den Konven­tio­nen visu­el­ler, filmischer Reprä­sen­ta­tion.

FILMSTILL AUS VIDEOARBEIT. "L'OBSTRUCTION", 2017 © LIV SCHULMAN

LIV SCHULMAN

Wort­schwalle zur Kunst, zur libe­ra­len Markt­wirt­schaft, zur Marxi­mus­kri­tik oder zur Psycho­the­ra­pie spru­deln aus den mono­lo­gi­sie­ren­den Prot­ago­nis­ten in den Filmen, Perfor­man­ces und Roma­nen der argen­ti­ni­schen Künst­le­rin Liv Schul­man (1985). Die Bedeu­tung des Gesag­ten verliert sich in Phra­sen, wird entfrem­det und mündet letzt­end­lich in der ausweg­lo­sen Suche nach Sinn.

ALEKSANDAR RADAN

Die Filmarbeiten von Aleksandar Radan basieren auf Modifikationen von vorgefundenen Computerspielen, die als modding bezeichnet werden. Radans Fokus richtet sich auf Avatare, die er in Computerspielen findet und modifiziert und mit zusätzlichem found-footage kombiniert. Der in Offenbach geborene Künstler zeigt seinen Film "This water gives back no image", mit dem er 2018 auf dem internationalen Filmfest Lago den Preis für den besten Experimentalfilm gewann. 

This water gives back no image, 2017 © Aleksandar Radan. Courtesy the artist