RICHARD GERSTL. RETROSPEKTIVE

Er ist der „erste österreichische Expressionist“ und für viele immer noch ein Geheimtipp: der Maler Richard Gerstl (1883–1908). Er wurde nur 25 Jahre alt und wird in einem Atemzug mit den großen Meistern der Wiener Moderne Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka genannt. In seinen wenigen Lebensjahren schuf der Künstler ein aufregendes und ungewöhnliches, wenn auch überschaubares Werk von rund 80 Arbeiten – eines mit beeindruckenden Höhepunkten und wegweisenden Neuerungen. Erstmals in Deutschland zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine umfassende Retrospektive Richard Gerstls und versammelt nahezu alle Werke, die heute von ihm bekannt sind. Es ist das Œuvre eines Suchenden, das bereits vieles vorweg nahm, was erst später in der Kunstgeschichte ausformuliert wurde, etwa in der Malerei des Abstrakten Expressionismus der 1950er-Jahre.

Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04

Erstmals in Deutschland zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine umfassende Retrospektive Richard Gerstls und versammelt nahezu alle Werke, die heute von ihm bekannt sind.

Das Porträt ist neben Akt und Landschaft Gerstls bevorzugtes Genre. Die Ausstellung in der Schirn präsentiert gestisch-wilde Gruppenbildnisse sowie Porträts von Personen aus seinem engsten Kreis oder auch sein Selbstporträt als Akt – das erste eines Künstlers überhaupt nach Albrecht Dürer. Richard Gerstls Malerei reflektiert seine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Moderne: Er widersetzte sich stilistisch und inhaltlich der Wiener Secession, lehnte deren Schönheitsbegriff ab und malte gegen tradierte Regeln an. Er schuf schonungslose und selbstbewusste Bilder, die keinem Vorbild folgten und bis heute ihresgleichen suchen.

Richard Gerstl, Gruppenbildnis mit Schönberg, Ende Juli 1908

RICHARD GERSTL. RETROSPEKTIVE

22.12.2016 | Er ist der „erste österreichische Expressionist“ und für viele immer noch ein Geheimtipp: der Maler Richard Gerstl (1883–1908). Er wurde nur 25 Jahre alt und wird in einem Atemzug mit den großen Meistern der Wiener Moderne Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka genannt. In seinen wenigen Lebensjahren schuf der Künstler ein aufregendes und ungewöhnliches, wenn auch überschaubares Werk von rund 80 Arbeiten – eines mit beeindruckenden Höhepunkten und wegweisenden Neuerungen. Erstmals in Deutschland zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine umfassende Retrospektive Richard Gerstls und versammelt nahezu alle Werke, die heute von ihm bekannt sind. Es ist das Œuvre eines Suchenden, das bereits vieles vorweg nahm, was erst später in der Kunstgeschichte ausformuliert wurde, etwa in der Malerei des Abstrakten Expressionismus der 1950er-Jahre. Das Porträt ist neben Akt und Landschaft Gerstls bevorzugtes Genre. Die Ausstellung in der Schirn präsentiert gestisch-wilde Gruppenbildnisse sowie Porträts von Personen aus seinem engsten Kreis oder auch sein Selbstporträt als Akt – das erste eines Künstlers überhaupt nach Albrecht Dürer. Richard Gerstls Malerei reflektiert seine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Moderne: Er widersetzte sich stilistisch und inhaltlich der Wiener Secession, lehnte deren Schönheitsbegriff ab und malte gegen tradierte Regeln an. Er schuf schonungslose und selbstbewusste Bilder, die keinem Vorbild folgten und bis heute ihresgleichen suchen.

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Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04, Öl auf Leinwand, 159 x 109 cm, Foto © Leopold Museum, Wien

Richard Gerstl, Die Schwestern Karoline und Pauline Fey, März / April 1905, Öl auf Leinwand, 175 x 150 cm, Belvedere, Wien

Richard Gerstl, Grinzing, Frühling 1906, Öl auf Leinwand, 29,7 x 40,2 cm, Privatsammlung, Courtesy Galerie St. Etienne, New York

Richard Gerstl, Bildnis Henryka Cohn, Juni 1908, Öl auf Leinwand, 147,9 x 111,9 cm, Foto © Leopold Museum, Wien

Richard Gerstl, Gruppenbildnis mit Schönberg, Ende Juli 1908, Öl auf Leinwand, 169 x 110 cm, Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm, Foto: Kunsthaus Zug / Alfred Frommenwiler

Richard Gerstl, Die Familie Schönberg, Ende Juli 1908, Öl auf Leinwand, 88,8 x 109,7 cm, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Richard Gerstl, Selbstbildnis, lachend, Sommer/Herbst 1907, Öl auf Leinwand, 40 x 30,5 cm, Belvedere, Wien

Richard Gerstl, Selbstbildnis als Akt, 12. September, 1908, Öl auf Leinwand, 139,3 x 100 cm, Leopold Museum, Wien

Richard Gerstl, Sitzender weiblicher Akt, Herbst 1908, Tempera auf Leinwand, 166 x 116 cm, Foto © Leopold Museum, Wien

Richard Gerstl, Paar im Grünen, Juli 1908, Öl auf Leinwand, 111,2 x 90,7 cm, Leopold Museum, Wien

Richard Gerstl, Mathilde Schönberg im Garten, Juli 1908, Öl auf Leinwand, 171 x 61 cm, Leopold Museum, Wien

Richard Gerstl, Bildnis der Mathilde Schönberg im Atelier, Frühjahr 1908, Öl und Mischtechnik auf Leinwand, 171 x 60 cm, Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm, Foto: Kunsthaus Zug / Alfred Frommenwiler

Richard Gerstl, Bildnis Alexander von Zemlinsky, Juli 1908, Öl auf Leinwand, 170,5 x 74,3 cm, Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm, Foto: Kunsthaus Zug / Alfred Frommenwiler

Richard Gerstl, um 1902/03, Fotografie Archiv Otto Breicha

Richard Gerstl, um 1905, Fotografie Archiv Otto Breicha