AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2020

Das Jahr 2020 beginnt mit einer Ausstellung der "Rooms" des US-amerikanischen Künstlers RICHARD JACK­SON (6. Februar – 3. Mai 2020). Zum Teil begehbar, zum Teil nur durch Fenster oder Gucklöcher einsehbar, dokumentieren seine thematischen Zimmer eine automatisierte, vom Künstler losgelöste Malerei, die ins Räumliche expandiert. Das Publikum wird zum Ermittler eines vorausgegangenen spektakulären Malakts und Voyeur skurriler Szenarien.
 
Ein Höhepunkt ist die große Überblicksausstellung FANTAS­TI­SCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPEN­HEIM BIS FRIDA KAHLO (13. Februar – 24. Mai 2020). Erstmals präsentiert die Schirn den weib­li­chen Beitrag zum Surrea­lis­mus, der wesentlich größer war als allgemein bekannt und dargestellt. Mit rund 260 beein­dru­cken­den Werken von 34 inter­na­tio­na­len Künst­le­rin­nen bildet die Ausstellung ein viel­fäl­ti­ges stilis­ti­sches und inhalt­li­ches Spek­trum ab. Neben prominenten Namen wie Louise Bour­geois, Claude Cahun, Leonora Carring­ton oder Frida Kahlo sind zahl­rei­che weniger bekannte Persön­lich­kei­ten wie Alice Rahon oder Kay Sage aus drei Jahrzehnten surrealistischer Kunst zu entdecken. 
 
Im Sommer realisieren die iranischen Künstler RAMIN HAERI­Z­A­DEH, ROKNI HAERI­Z­A­DEH UND HESAM RAHMA­NIAN (28. Mai – 23. August 2020) in der Schirn ihre erste Einzelausstellung in Deutschland. Die raumgreifenden Installationen des Trios entführen in eine ganz eigene Welt, sie sind über­bor­dend, beinahe barock, dabei humor­voll und voller Anspielungen. Die Künstler lenken die Aufmerk­sam­keit auf dring­li­che poli­ti­sche und soziale Themen der Gegen­wart und hinter­fra­gen Macht­me­cha­nis­men genauso wie norma­tive Geschlech­ter­rol­len oder die Kunst­welt. 

Richard Jackson, The Dining Room, 2006-2007, Courtesy the artist, Galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, and Hauser & Wirth. Foto: Guillaume Grasset

Zeitgleich widmet die Schirn mit WE NEVER SLEEP (26. Juni – 27. Septem­ber 2020) der Faszi­na­ti­ons­kraft der Spio­nage eine große Ausstellung und beleuchtet sie als aktu­elle Quelle künst­le­ri­scher Inspi­ra­tion. Mit einer Vielzahl internationaler künstlerischer Strategien sowie erstaunlichen Objekten wird die „goldene Zeit“ der Spionage während des Kalten Krieges genauso sichtbar wie die aktuelle Verhandlung der medialen Durchleuchtung.
 
Im Herbst ist in der Schau MAGNE­TIC NORTH. MYTHOS KANADA IN DER MALE­REI 1910–1940 (24. Septem­ber 2020 – 10. Januar 2021) die Malerei der kanadischen Moderne zu sehen. Anläss­lich des Ehren­gast­auf­tritts Kana­das auf der Frank­fur­ter Buch­messe zeigt die Schirn erstmals in Deutschland Hauptwerke aus führen­den Samm­lun­gen Kana­das. Die umfassende Ausstellung beleuchtet die in Kanada überaus populären Werke der Künstler rund um die "Group of Seven" und unterzieht sie einer kritischen Revision.
 
Auch 2020 zeigen natio­nale und inter­na­tio­nale Film- und Video­künst­le­rin­nen und -künst­ler in der Reihe DOUBLE FEATURE wieder eine Arbeit aus ihrem eige­nen Werk gefolgt von einem Film ihrer Wahl – jeden letz­ten Mitt­woch im Monat.
 
Der Über­blick über das Programm 2020 endet mit einem Ausblick auf die Ausstel­lung MARC CHAGALL. WELT IN AUFRUHR (12. Februar – 30. Mai 2021), die eine bislang wenig bekannte Seite des Poeten der Moderne beleuchtet: Chagalls Werke der 1930er- und 1940er-Jahre, in denen sich seine farbenfrohe Palette verdunkelt. 

Lawren S. Harris. Lake and Mountains, 1928. Oil on canvas, Art Gallery of Ontario. Gift from the Fund of the T. Eaton Co. Ltd. for Canadian Works of Art, 1948. Courtesy of the Estate of Lawren S. Harris. © Family of Lawren S. Harris, Photo Art Gallery of Ontario, 48/8.

Ausstellungsprogramm 2020

17.12.2019 | Das Ausstellungsprogramm 2020 der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Zu Dowloads hinzufügen
PDF anzeigen

RICHARD JACKSON. UNEXPECTED UNEXPLAINED UNACCEPTED, 6. FEBRUAR – 3. MAI 2020, The War Room, 2006-2007. Courtesy the artist and Hauser & Wirth. Installation view, Richard Jackson: Accidents in Abstract Painting, the Armory, Armory Center for the Arts, Pasadena, 2012. Foto: Joshua White

RICHARD JACKSON. UNEXPECTED UNEXPLAINED UNACCEPTED, 6. FEBRUAR – 3. MAI 2020, The Dining Room (Detail), 2006-2007, Courtesy the artist, Galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, and Hauser & Wirth. Foto: Guillaume Grasset

FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS FRIDA KAHLO, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Frida Kahlo, Selbstbildnis mit Dornenhalsband, 1940, Oil on canvas mounted to board, Collection of Harry Ransom Center, The University of Texas at Austin, Nickolas Muray Collection of Modern Mexican Art © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust/VG Bild-Kunst, Bonn 2020

FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS FRIDA KAHLO, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Kay Sage, Zum vereinbarten Zeitpunkt, 1942, Öl auf Leinwand, Newark Museum of Art, Bequest of Kay Sage Tanguy, 1964 © Estate of Kay Sage/VG Bild-Kunst, Bonn 2020

FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS FRIDA KAHLO, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Leonora Carrington, Selbstbildnis in der Auberge du Cheval d'Aube, 1937/38, Öl auf Leinwand, The Metropolitan Museum of Art, New York © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS FRIDA KAHLO, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Meret Oppenheim, Urzeit-Venus, 1962 (1933), bemalte Terracotta, glasiertes Stroh, 64 x 26,5 x 20 cm, © Kunstmuseum Solothurn / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

RAMIN HAERIZADEH, ROKNI HAERIZADEH, HESAM RAHMANIAN, 28. MAI – 23. AUGUST 2020, The Birthday Party, 2015. Courtesy the artists, Foto: Maaziar Sadr

RAMIN HAERIZADEH, ROKNI HAERIZADEH, HESAM RAHMANIAN, 28. MAI – 23. AUGUST 2020, The Birthday Party , 2015. Courtesy the artists, Foto: Maaziar Sadr

WE NEVER SLEEP, 26. JUNI - 27. SEPTEMBER 2020, Noam Toram, Still from If We Never Meet Again, 2010, Courtesy the artist, Foto: Per Tingleff

MAGNETIC NORTH. MYTHOS KANADA IN DER MALEREI 1910-1940, 24. SEPTEMBER 2020 - 10. JANUAR 2021, Emily Carr, Blunden Harbour, ca. 1930, Oil on canvas, 129.8 x 93.6 cm, National Gallery of Canada, Ottawa, Foto: NGC

MAGNETIC NORTH. MYTHOS KANADA IN DER MALEREI 1910-1940, 24. SEPTEMBER 2020 – 10. Januar 2021, Lawren S. Harris. Lake and Mountains, 1928. Oil on canvas, Art Gallery of Ontario. Gift from the Fund of the T. Eaton Co. Ltd. for Canadian Works of Art, 1948. Courtesy of the Estate of Lawren S. Harris. © Family of Lawren S. Harris, Photo Art Gallery of Ontario, 48/8.

MAGNETIC NORTH. MYTHOS KANADA IN DER MALEREI 1910-1940, 24. SEPTEMBER 2020 – 10. Januar 2021, J.E.H. MacDonald. The Beaver Dam, 1919. Oil on canvas, Art Gallery of Ontario. Gift from the Reuben and Kate Leonard Canadian Fund, 1926. Photo © Art Gallery of Ontario, 840.

DOUBLE FEATURE IM MÄRZ 2020, Rory Pilgrim, The Undercurrent (video still), multimedia installation, 2019-ongoing. Courtesy: der Künstler und Andriesse Eyck Galerie

DOUBLE FEATURE IM MÄRZ 2020, Rory Pilgrim, The Undercurrent (video still), multimedia installation, 2019-ongoing. Courtesy: der Künstler und Andriesse Eyck Galerie

MARC CHAGALL. WELT IN AUFRUHR, 12. FEBRUAR – 30. MAI 2021, Marc Chagall, Der Engelssturz, 1923-33-47, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Basel, Depositum aus Privatsammlung, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Martin P. Bühler