Herbst-Highlight in der SCHIRN: Leonor Fini. Magisch Surreal
29.07.2026
3 min Lesezeit
Save the date: Im Herbst wird es mit Leonor Fini magisch surreal in der SCHIRN. Ab dem 23. Oktober zeigt die erste große Retrospektive in Deutschland das faszinierende Œuvre der Künstlerin zwischen Traum und Mythos, Masken und Kostümen.
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Die SCHIRN präsentiert vom 23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027 die erste Retrospektive zu Leonor Fini (1907–1996) in Deutschland. Rund 100 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Kostüme, Masken und Bücher geben einen umfassenden Einblick in das faszinierende Œuvre der Künstlerin. Beeinflusst von Renaissance, Symbolismus, deutscher Romantik und magischem Surrealismus entwickelte Fini eine unverwechselbare Bildsprache zwischen Traum, Mythos, Fantasie und theaterhaften Inszenierungen.
Leonor Fini zählte zu den eigenständigsten Künstler*innenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Geboren in Buenos Aires und aufgewachsen in Triest, blieb die Autodidaktin trotz ihrer Nähe zum Surrealismus zeitlebens künstlerisch unabhängig. In ihrem charakteristischen, altmeisterlichen Stil schuf sie traumartige Szenen mit Priesterinnen, Sphinxen und hybriden Wesen, die klassische Geschlechterrollen umkehren. Es entstanden kraftvolle Darstellungen von Frauen und androgynen Figuren, häufig als Neuinterpretationen historischer Vorbilder. Emanzipation, Genderfluidität, Eros, Okkultismus, Tod und Verwandlung durchziehen ihr Werk ebenso wie der spielerische Umgang mit Masken, Kostümen und Rollenbildern. Die Auseinandersetzung mit sich selbst als Frau und Künstlerin ist ein zentrales Thema ihres Werks. Von Beginn an inszenierte sich Fini selbstbewusst als libertinäre, glamouröse Ikone und verwischte bewusst die Grenzen zwischen künstlerischer Schöpfung und gelebter Existenz. Die Ausstellung zeichnet mit Werken aus rund sieben Jahrzehnten ihre außergewöhnliche künstlerische Entwicklung nach.
„Mit ihrer vielschichtigen und zutiefst originellen Handschrift hat Leonor Fini die europäische Kunstgeschichte nachhaltig geprägt. “
Sebastian Baden, Direktor der SCHIRN
