Trassen, 2017 documenta 14 in der Karlsaue in Kassel Douglasie (lackiert) 5,5 x 4 x 8,5 m
© Olaf Holzapfel

Bald in der SCHIRN: Olaf Holzapfels „Parlament“

Olaf Holzapfel befasst sich in seinem Werk mit der Materialität und Gestaltung von Architektur, mit nachhaltigen Kulturtechniken und den natürlichen Ressourcen des Bauens. Für die SCHIRN in Bockenheim hat er die Außenskulptur „Parlament“ geschaffen. Am 26. August 2026 wird sie im Rahmen eines Artist Talks eingeweiht.

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Mit Olaf Holzapfels „Parlament“ setzt die SCHIRN rund ein Jahr nach ihrem sanierungsbedingten Umzug in die ehemalige Dondorf Druckerei einen weiteren künstlerischen Impuls im Außenraum. Die begehbare Skulptur besteht aus einer Fachwerkkonstruktion mit Weiden- und Reetwänden sowie einem sieben Meter langen, liegenden Fichtenstamm, der als Sitzbank genutzt werden kann. Die Skulptur hat durch ihre Materialität einen ephemeren Charakter: Sie ist Zeit und Witterung ausgesetzt und Teil des natürlichen Kreislaufs. Am nordöstlichen Eingang zum Innenhof der SCHIRN bei Halle 2 wird sie Blickfang und Begegnungsort zugleich. Es entsteht ein informeller, gestalteter und öffentlich zugänglicher Rückzugsraum in Form einer intimen Agora – dem Ort politischer Debatten.

Holzbaugerüst mit Stroh- und Weidenmatten, umgeben von Gras und Kies, unter bewölktem Himmel.
sie werden dorthin zurückkehren, 2023 Begehbare Installation BuGa-Gelände Mannheim Kiefernholz, Stroh, Weide 21 x 8 x 4,5m
© Olaf Holzapfel

Mehr-als-menschliche Verflechtungen

Der Titel „Parlament“ betont hierbei den diskursiven Aspekt der Arbeit, der insbesondere die Beziehung zwischen einer Ordnung suchenden Gesellschaft und materiellen Natur- und Stadträumen betrifft.

Holzapfel veranschaulicht Zusammenhänge zwischen Mensch, Technik und Natur auf der Basis der abstrakten Ästhetik des Flechtens, Anordnens und Zusammenfügens. Im Zentrum stehen somit das Material selbst, das kreative Handeln mit ihm und die Verbundenheit, die es über Grenzen hinweg erzeugt. Zugleich verweist „Parlament“ auf die Aktualität handwerklicher Traditionen, die über Grenzen hinweg in Europa existieren. Die Konstruktion aus natürlichen Rohstoffen setzt einen Akzent in Frankfurts Hochhausarchitektur und erzählt von den innereuropäischen Verbindungen technischen Austauschs, die Frankfurts Stadtgesellschaft bis heute prägen.

„Die Arbeit mit natürlichen Materialien, das Interesse an Nachhaltigkeit und einem konsumkritischen Blick auf eine von Technik geprägte Welt sowie ein dialogorientierter interaktiver Ansatz prägen Olaf Holzapfels Schaffen und machen es zu einer relevanten künstlerischen Position in den Debatten unserer Zeit.“

Sebastian Baden, Direktor der SCHIRN

Programmhighlight Artist Talk

Am Mittwoch, den 26. August 2026 ab 19 Uhr sprechen der Künstler Olaf Holzapfel und die Expertin Kathleen Reinhardt über seine neue Skulptur „Parlament“ (2026), die der Künstler eigens für den temporären Standort der SCHIRN in Bockenheim geschaffen hat und die an diesem Abend eingeweiht wird.

Olaf Holzapfel lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Malerei an der HfBK in Dresden. Sein Werk wurden in zahlreichen Gruppen und Einzelausstellungen präsentiert und ist seit seiner Teilnahme an der Biennale von Venedig 2011 und der documenta 14 im Jahr 2017 sowie der Auszeichnung mit dem Zurich Art Prize 2024 national wie international bekannt.

Kathleen Reinhardt leitet seit 2022 das Georg Kolbe Museum in Berlin, das Anfang dieses Jahres von der AICA Deutschland zum „Museum des Jahres 2025“ gekürt wurde. Sie ist die Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der 61. Kunstbiennale von Venedig (2026). Zuvor war sie Kuratorin für Gegenwartskunst am Albertinum Dresden (2016–2022). Ihr Interesse gilt dem Museum als Ort künstlerischer Forschung und Produktion und den Diskursräumen von Sammlungen, die an bestimmte Zeiten und historische und ideologische Narrative gebunden sind.

Eintritt frei, ohne Anmeldung

Porträt eines Mannes mit blauen Augen, der sanft zwischen Pflanzen im Licht sitzt, in einem lila Hemd.
Porträt Olaf Holzapfel
© Olaf Holzapfel
Kathleen Reinhardt
Image via deeds.news