28. Dezember 2019

Purpur-grüner Wintersalat mit Misodressing, Spicy-Pink-Pasta und eine spektakuläre Baisertorte. Das abstrakte Silvestermenü mit Wow-Factor!

Lee Krasner ist nicht nur eine der unbeirrbarsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, sie hegte auch eine große Leidenschaft für das Kulinarische – ein Faible, das sie mit Jackson Pollock teilte. Das ist spätestens bekannt, seit die Fotografin Robyn Lea bei Recherchen auf eine riesige Rezeptsammlung der beiden gestoßen ist. Diese verwandelte Robyn Lea ein Kochbuch, in dem sie nicht nur das kulinarische Erbe vermittelt, sondern auch Anekdoten aus dem (Koch)Alltag der Künstler zum Besten gibt.

In ihrem Haus in Springs, Long Island, stapelten sich Le Creuset Kochtöpfe und Backutensilien, die man in den 1940er und 1950er Jahren nicht unbedingt in einer amerikanischen Kleinstadt vermutete. Und auch Designklassiker wie das Geschirr der ungarischen Designerin Eva Zeisel fehlten nicht im Hause Krasner und Pollock. Sie bauten ihr eigenes Gemüse an und organisierten regelmäßig Dinnerpartys für befreundete Künstler

Um Krasners Leidenschaft für Essen und Tischkultur zu zelebrieren, ohne dabei ihren unverwechselbaren künstlerischen Stil zu vergessen, haben wir drei Foodbloggerinnen dazu eingeladen, sich von einem Werk ihrer Wahl und der expressionistischen Farb- und Formgebung inspirieren zu lassen und ein Rezept zu entwickeln, das ihren persönlichen Blick auf die Malereien widerspiegelt. Das Ergebnis: Ein abstraktes Menü mit ganz besonderen kulinarischen Kreationen für ein Silvesterdinner mit Wow-Factor!

Lee Krasner und Jackson Pollock, Image via vice.com

Lee Krasner und Jackson Pollock in ihrer Küche, Image via arthive.com

Purpur-grüner Wintersalat mit Misodressing

Let the games begin! Den Auftakt macht Simone von s-Küche. Die Hamburgerin präsentiert auf ihrem Blog Rezepte, die sie mit saisonalen und regionalen Zutaten entwickelt. Sie wählte Lee Krasners Werk „Palingenesis“ und kreierte einen Purpur-grüner Wintersalat mit Misodressing zum Niederknien. Hier findet ihr das Rezept zum Nachkochen.

Purpur-grüner WIntersalat mit Misodressing, Image via www.s-kueche.com

Lee Krasner,, Palingenesis, 1971, Collection Pollock-Krasner Foundation © Pollock-Krasner Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2019. Courtesy Kasmin Gallery, New York
Pink Spaghetti mit spicy Orangen und Mozzarella

Spice up your life! Mel von Gourmet Guerilla zaubert mit ihrem Gericht Lee Krasners „Combat“ auf den Teller. Die Pink Pasta mit spicy Orangen und frischem Mozzarella ist nicht nur ein farbenfrohes Intermezzo in der grauen Winterzeit, sondern überzeugt auch geschmacklich mit würzigem Zitrusgeschmack und leichter Rote-Bete Note. Hier findet ihr das Rezept zum Nachkochen.

Lee Krasner, Combat, 1965, National Gallery of Victoria, Melbourne © Pollock-Krasner Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / ARS, New York
Festliche Baisertorte (oder Abstrakte Pavlova)

Ebenso experimentell wie in ihrem Atelier ging es in Lee Krasners Küche zu: Sie liebte es, neue Rezepte auszuprobieren, und beschränkte sich dabei keineswegs nur auf klassische amerikanische Gerichte. Dank ihrer Freundin, der Künstlerin Lucia Wilcox, die regelmäßig syrische Strandpicknicks organisierte, lernte sie die Küche des Nahen Ostens zu schätzen. Instagram-Foodie Subjectivities kreeirt eine festliche Pavlova in Anlehnung an Krasners Werk „Chrysalis“ von 1964 – mit klassischen Zutaten des arabischen Raumes: Granatapfel, Kardamom und Pistazien. Ein perfekter Abschluss für ein perfektes Silvestermenü.

ZUTATEN

Die Pavlova sieht spektakulär aus, lässt sich aber relativ einfach zubereiten, und das Rezept (gedacht für sechs Leute) kann nach Bedarf problemlos verdoppelt werden.

BAISERMASSE
4 Eiweiß, sauber vom Eigelb getrennt und auf Raumtemperatur
1/4 TL Salz
200 Gramm Rohrzucker (so wird der Baiser statt schneeweiß cremefarben)
1/2 TL Weissweinessig
50 Gramm gemahlene Pistazien, ungesalzen
1 EL Maisstärke

KARDAMOMSAHNE
1/2 TL gemahlener Kardamom
350 ml Schlagsahne, kalt

BELAG
1 reife Kaki
1 Granatapfel
Granatapfelsirup
Gehackte, geröstete Pistazien (nach Bedarf)

REZEPT

1. Den Ofen auf 150 Grad Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.

2. Die Eiweiße und das Salz in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben (Schüssel und Rührbesen vorher gründlich säubern, damit sie fettfrei sind). Bei mittlerer Geschwindigkeit schlagen, bis sich die ersten Spitzen formen, ca. zwei Minuten lang.

3. Bei laufender Maschine den Essig dazugeben, dann den Zucker langsam einrieseln lassen (ein Esslöffel nach dem anderen). Die Maschine bei voller Geschwindigkeit laufen lassen, bis die Masse glänzt und steife Spitzen schlägt, ca. acht Minuten lang.

4. In einer separaten Schüssel die gemahlenen Pistazien mit der Maisstärke vermengen und behutsam unter die Baisermasse heben.

5. Den Baiser auf das Backblech geben und zu einem Kreis von ca. 25 cm Durchmesser formen.

6. Den Ofen auf 120 Grad Umluft runterdrehen und die Pavlova im unteren Drittel 1 1/2 Stunden lang backen. Die Masse sollte außen knusprig sein, aber nicht gebräunt, und innen noch etwas weich. Den Ofen ausmachen, die Tür mithilfe eines Holzlöffels einen Spalt offenlassen und den Baiser darin komplett auskühlen lassen.

7. Die Sahne mit dem Kardamom vermengen und steif schlagen.

8. Die fertige Pavlova mit der Schlagsahne bestreichen und mit dem Belag dekorieren: Die Kaki aufschneiden, das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausnehmen und auf der Pavlova verteilen; den Granatapfel aufbrechen, die Kerne herauslösen und verteilen; die gerösteten Pistazien darüberstreuen und zuletzt den Granatapfelsirup hinzugeben.

Das Baiser kann am Vortag zubereitet werden, sollte aber erst kurz vor dem Servieren mit der Sahne und dem Belag dekoriert werden, damit es knusprig bleibt.

Wir wünschen euch einen kulinarischen Silvesterabend! Und wer jetzt Lust zum Nachkochen bekommen hat, teilt eure Lee Krasner inspirierten Kreationen mit uns auf Instagram mit den Hashtags "krasnerfood" und "schirnkrasnerstyle"

HAPPY NEW YEAR!