21. Oktober 2013

Der brasilianische Graffitikünstler Alexandre Orion fügt der Stadt nichts hinzu, er schöpft aus ihr, behandelt sie als gegebenes Material. In Frankfurt malt er mit Ruß, den er aus São Paulo mitgebracht hat.

Die unter dem Titel "Metabiotica" zusammengefassten Fotos von Alexandre Orion (São Paulo) zeigen Passanten, die mit seinen in São Paulo verteilten Stencils (Graffiti, das mit Schablonen aufgebracht ist) in Dialog treten. Sie reflektieren die bewusste und unbewusste Interaktion, die zwischen jedem Graffiti und seiner Umgebung stattfindet, mehr noch, das statische Bild erst belebt. In "Ossario" dienen die von Abgasen geschwärzten Wände eines Tunnels nicht einfach als Untergrund seiner Intervention: die sich über 300 Meter erstreckenden Totenköpfe entstehen durch das Abwischen des Rußes. Die von Luftverschmutzung gezeichnete Wand wird so zum alleinigen Material des Bildes. Orion fügt der Stadt nichts hinzu, er schöpft aus ihr, behandelt sie als gegebenes Material. Obwohl er damit den Strafbestand von Graffiti nicht erfüllt, der in der Beschädigung einer Oberfläche liegt, wird das Bild von der Stadtverwaltung entfernt. Es ist eine ästhetische und thematische Zensur. Den mit Farbe gemischten Ruß aus São Paulo verwendet Orion als Material seiner Arbeit in Frankfurt.

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