Eine Künstlerin ‒ viele Identitäten. Leonor Fini war in ihrem Schaffen wie auch in ihrem Privatleben eine Rebellin. 1907 in Buenos Aires geboren und in Triest aufgewachsen, entwickelte die Autodidaktin eindrucksvolle Darstellungen starker Frauen und androgyner Figuren und interpretierte dabei oft historische Vorbilder. Trotz ihrer Nähe zum Surrealismus wahrte Fini ihre Unabhängigkeit und entwickelte eine unverwechselbare Bildsprache. Traum, Mythos, Verwandlung und Tod prägen ihr Werk genauso wie der spielerische Umgang mit Masken und Kostümen. Zugleich eröffnen ihre Arbeiten einen unmittelbaren Zugang zu gegenwärtigen Diskursen rund um Emanzipation, Umkehrung der tradierten Geschlechterrollen und Machtverhältnisse. Die Ausstellung der SCHIRN erzählt mit Gemälden, Zeichnungen, Fotografien und Objekten aus rund 70 Jahren von Finis Schaffen die Geschichte einer der eigenwilligsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.