10 Ballons, 40 Jahre SCHIRN
16.04.2026
5 min Lesezeit
Was wäre ein Geburtstag ohne Ballons? Anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums werden am 9. und 10. Mai über der SCHIRN in Bockenheim zehn weiße, auffällig geschmückte Ballons installiert. Hinter dieser Aktion steckt eine ephemere partizipative Skulptur von Rosemary Mayer, die den neuen Standort mit Bockenheimer Communities verbindet.
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Das 40-jährige Jubiläum der SCHIRN steht ganz im Zeichen von Kunst und Community. Davon zeugt bereits das allgemeine Programm zum Jubiläumswochenende, doch noch eindrücklicher belegt dies die künstlerische Arbeit von Rosemary Mayer. Mit „Connections (Frankfurt)“ zeigt die SCHIRN am 9. und 10. Mai eine Kunstaktion, die den titelgebenden Verbindungen zwischen Kunst, Menschen und Orten gewidmet ist.
Entwickelt wurde das partizipative Projekt bereits 1978 von der US-amerikanischen Künstlerin Rosemary Mayer. 1943 in New York geboren, begann sie ihre Laufbahn in den 1960er-Jahren – einer Zeit intensiver Umbrüche, in der sich künstlerische Ausdrucksformen wie etwa Minimalismus, Konzeptkunst und Performance etablierten und weiterentwickelten. Zu den Zeitgenoss*innen, in deren Umfeld Mayer arbeitete, zählten bekannte Namen wie Sol LeWitt, Adrian Piper oder Richard Serra. Auch war sie zeitweise mit dem Architekten und Installationskünstler Vito Acconci verheiratet. Inmitten dieser dynamischen Szene entwickelte Mayer früh einen eigenständigen künstlerischen Ansatz.
Die Schönheit des Augenblicks – Rosemary Mayers Temporary Monuments
Während sie sich in den 1970er-Jahren wandbasierten Werken aus mehrlagigen drapierten Stoffbahnen widmete, wandte sich Mayer rasch einer zunehmend performativen und konzeptuellen Arbeitsweise zu. Besonders hatten es ihr dabei Aspekte der Vergänglichkeit und Zeitlichkeit angetan: So zeichnen sich ihre späteren Projekte häufig durch ihren flüchtigen Charakter und den Gebrauch vergänglicher Materialien aus – beispielsweise Schnee, Wachs oder Heliumballons. Ebenso verlagerte sie ihre Arbeiten ab Mitte der 1970er-Jahre zunehmend in den öffentlichen Raum, wo Witterung und die Interaktion mit den Betrachtenden unmittelbar auf das Werk einwirkten. Für Mayer hatten diese Projekte dennoch weiterhin skulpturalen Charakter, auch wenn sie nicht dauerhaft im Raum bestanden. Sie bezeichnete sie als „Temporary Monuments“ und erweiterte so die damals vorherrschenden Formen der Installationskunst – etwa die Earthworks und postminimalistischen Arbeiten – um eine zeitbasierte, ephemere Ebene.
Zudem begann Mayer, sich stärker für die Verbindungen zwischen Menschen, Orten und ihren Geschichten zu interessieren. Statt bleibende Objekte zu schaffen, ging es ihr zunehmend darum, Beziehungen sichtbar zu machen – zwischen persönlichen Erfahrungen und kollektiven Erinnerungen, zwischen Raum und Zeit. Es war ihr Wunsch, durch ihre Kunst Begegnungen zu ermöglichen und Gemeinschaft als etwas Offenes und Prozesshaftes erfahrbar zu machen. „Connections“ verbindet Mayers ephemere Arbeitsweise mit ihrem Interesse für Gemeinschaft und Begegnungen durch und mit Kunst.