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title: "Die Betreiber*innen von On Film Lab: „Analoge Fotografie ist längst keine Nische mehr“"
date: 2026-09-23
last_modified: 2026-09-23T12:58:26+02:00
generated_at: 2026-09-23T20:19:37Z
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description: "Auf 220 Quadratmetern im Frankfurter Sandweg betreiben Sara Ellinger und Sebastian Schramm das On Film Lab. Fotograf*innen aus ganz Deutschland lassen hier ihre Filme entwickeln. Der Ort ist Labor, Kamerashop, Ausstellungsraum und Treffpunkt der Community in einem."
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# Die Betreiber*innen von On Film Lab: „Analoge Fotografie ist längst keine Nische mehr“

![Zwei Personen stehen vor einer Holzwand, während zwei Hunde im Bild umherlaufen.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2608_web.jpg)

# „Analoge Fotografie ist längst keine Nische mehr“

1 min Lesezeit

Auf 220 Quadratmetern im Frankfurter Sandweg betreiben Sara Ellinger und Sebastian Schramm das On Film Lab. Fotograf\*innen aus ganz Deutschland lassen hier ihre Filme entwickeln. Der Ort ist Labor, Kamerashop, Ausstellungsraum und Treffpunkt der Community in einem.

Am Anfang stand die Frage, was sie tun würden, wenn sie ein anderes Leben hätten. Eine fixe Idee war geboren: „Wir wollten einen Raum für analoge Fotografie schaffen. Uns war aber nicht klar, wie man das finanzieren könnte“, erinnert sich Sebastian Schramm. „Gebrauchte Kameras verkaufen und Ausstellungen machen: Damit kann man keinen Blumentopf gewinnen.“ Als er sich während Corona einen Fotoscanner anschaffen wollte, hatte seine Frau Sara Ellinger die zündende Idee: „Lass uns doch gleich zwei Scanner kaufen, außerdem eine Entwicklungsmaschine und ein Labor aufmachen.“

Im Gästezimmer von Ellingers Schwester ging es los. Es folgte ein erster Laden auf dem Sandweg. Inzwischen ist das [On Film Lab](https://onfilmlab.de/) rund 220 Quadratmeter groß. Auf dem sanft geschwungenen Holztresen im Eingangsbereich steht ein hübscher Blumenstrauß. Ein Zwergpudel und ein spanischer Windhund springen durch das fensterlose Souterrain. Gebrauchte und getestete Kameras thronen auf Regalen des Designers Dieter Rahms. Die zeitlosen Möbel stammen von Ellingers Vater, der früher eine Agentur für Werbeartikel leitete. Die gemütliche Couch in der Sitzecke gehörte einst Ellingers Oma.

![Digitalkamera und eine Kodak UltraMax Filmrolle auf einem Holzplatz.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2756_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

![Ein schwarzer Hund mit leuchtenden Augen steht auf einem Teppich im Wohnzimmer.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2419_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

![Buntes Blumenbouquet mit Calla, Lilien, Gladiolen und Chrysanthemen vor hellem Hintergrund.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2766_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

## Mit Analogfotografie ganz nah am Hype

„Analoge Fotografie ist längst keine Nische mehr, sondern ein weltweiter Trend“, sagt Schramm. Er sieht darin eine Gegenbewegung zur voranschreitenden Digitalisierung – zuletzt durch KI. Die meisten Kund\*innen sind unter 25 Jahre alt. Eine Generation also, die nicht mit analoger Technik aufgewachsen ist und für die Nostalgie keine Rolle spielt. Sie schicken ihre Filme aus ganz Deutschland ein. Die entwickelten Negative werden gescannt und digital hochgeladen. Im nächsten Schritt kann man Ausdrucke der Fotos bestellen. Neun Mitarbeitende sind im Labor beschäftigt. Zwei Entwicklungsmaschinen von Fuji, wie sie in den Neunzigerjahren in vielen Drogerien standen, sind hier im Einsatz. Drei weitere dienen als Backup und Ersatzteillager – falls einmal etwas kaputt gehen sollte. „Man muss relativ viel austauschen und reparieren, aber die Dinger laufen“, sagt Ellinger. Schwarz-Weiß-Filme werden in der hauseigenen Dunkelkammer entwickelt. Anders als bei Farbfilmen gibt es kein standardisiertes Verfahren. Jeder Film muss individuell entwickelt werden.

Geburtstage, Hochzeiten und Urlaube werden oft geknipst. Ellinger und Schramm bekommen aber immer wieder auch aktuelle Hypes zu Gesicht. „Aus irgendeinem Grund reisen analoge Fotograf\*innen gerne nach Japan“, sagt Schramm. „Vergangenes Jahr war das ein richtiger Trend.“ Besonders gelungene Fotos stellen die beiden – mit Einverständnis der Kund\*innen – auf Instagram. „Manche Leute wissen gar nicht, wie gut sie fotografieren können“, sagt Ellinger. „Ich denke zum Beispiel an eine Frau, die fotografiert ihre Kinder in Schwarz-Weiß mit einer richtigen Billo-Kamera. Ihre Fotos sind oft verschwommen und unscharf. Und trotzdem schafft sie es unglaublich gut, Emotionen zu vermitteln. Sie hat wirklich Talent. Am Ende zählt eben nicht das Medium, sondern das Auge.“

![Eine Ansammlung von belichteten Filmstreifen auf hellem Hintergrund.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2790_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

![Schwarz-Weiß-Fotografien an einer Wand: Portraits und Ganzkörperaufnahmen von verschiedenen Personen.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2728_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

#### „Ich habe erst hier im Lab meine Freude und Leidenschaft für die Fotografie wiederentdeckt.“

Sebastian Schramm, On Film Lab

## Adé Fremdbestimmung! Von ersten Kunden und Ausstellungen

Ellinger und Schramm haben Kommunikationsdesign studiert. Ellinger mit Schwerpunkt Typografie in Mainz. Schramm mit Schwerpunkt Fotografie in Darmstadt. Später gründete er eine Agentur für Fotografie und Markenkonzeption. „Dort habe ich eher fremdbestimmt fotografiert. Stil und Format waren von den Auftraggeber\*innen vorgeschrieben. Das war ein nicht sehr inspirierendes Puzzlespiel. Ich habe erst hier im Lab meine Freude und Leidenschaft für die Fotografie wiederentdeckt.“ Ellinger arbeitete nach ihrem Studium als selbständige Grafikdesignerin für verschiedene Agenturen. „Nach der Geburt unserer ersten Tochter wollte ich beruflich nicht mehr dort weitermachen, wo ich aufgehört hatte. Ich war auf der Suche nach etwas Neuem.“

Während der Elternzeit begann sie zu recherchieren. „Ich habe unzählige Youtube-Videos geschaut, um zu sehen, wie andere Labore arbeiten“, erzählt sie. Ellinger entdeckte viele nützliche Geräte – zum Beispiel eine Dunkelbox, in der Mittelformatfilme unkompliziert in Kartuschen umgespult werden, bevor sie in die Entwicklungsmaschine kommen. Außerdem galt es, wichtige Fragen zu klären. Etwa: Wo entsorge ich die Altchemie? „Wenn ich zurückblicke, war das ein riesiger Aufwand. Zum Glück sind wir mit einer gewissen Naivität an die Sache gegangen. Das hat es leichter gemacht.“ Ellinger kann sich noch gut an ihren allerersten Kunden erinnern. Er hatte die Auftragsnummer 0001. „Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht, dass er bald wieder etwas bei uns bestellen könnte und dann womöglich die Nummer 0002 auf seiner Rechnung liest. Womit schwarz auf weiß bewiesen wäre, dass unser Laden überhaupt nicht gut läuft. Wir haben deshalb sogar überlegt, unser Rechnungssystem zu ändern.“ Ellingers Angst war unbegründet. Seit Gründung des Labs gingen weit über 35000 Aufträge über den Tresen.

Wir sitzen an einem großen Tisch in der Küche, der manchmal auch für Events genutzt wird. Hier trifft sich zum Beispiel der Fotobuchklub, um über Neuerscheinungen zu diskutieren. Hin und wieder finden Filmabende, Fotowalks und Workshops statt. Schramm hat in letzter Zeit viel mit Großbildkameras experimentiert. Zu diesem Thema soll es demnächst einen Workshop geben. Schramm und Ellinger fotografieren mit großer Begeisterung und bringen gelegentlich im Eigenverlag Bildbände heraus. Im On Film Lab wollen sie einmal pro Jahr eine Ausstellung auf die Beine stellen. Den Auftakt machte im Februar die Wiesbadener Fotografin Josefine Rauch. „Mit dem Kamerashop und den Workshops wollen wir in Zukunft noch etwas mehr Gas geben“, sagt Ellinger. „Das Geld, das wir damit verdienen, können wir dann in die Ausstellungen stecken.“

![Verschiedene Kameralinsen auf einem Regal, mit Marken und Typen beschriftet.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2751_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

#### „Das Geld, das wir mit dem Kamerashop und den Workshops verdienen, können wir dann in die Ausstellungen stecken.“

Sara Ellinger, On Film Lab

![Frau mit langen Haaren in roter Trainingshose und Top sitzt entspannt auf einem Sofa vor einer dekorierten Wand.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2513_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

![Arbeitsstation mit Behältern, Schläuchen und Geräten für chemische oder laboranalytische Anwendungen.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2706_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

![Mann mit Brille und Tattoos steht vor einer graffiti-bedeckten Wand, beleuchtet von natürlichem Licht.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2693_web.jpg)

Foto: Neven Allgeier

### Weiterlesen auf dem SCHIRN MAG

- [![Zwei Personen stehen vor einer Holzwand, während zwei Hunde im Bild umherlaufen.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/535A2608_web.jpg)

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### Die Betreiber\*innen von On Film Lab: „Analoge Fotografie ist längst keine Nische mehr“](https://www.schirn.de/schirnmag/die-betreiberinnen-von-on-film-lab-analoge-fotografie-ist-laengst-keine-nische-mehr/)
- [![Frau schnitzt Holzskulpturen, umgeben von Spänen und Werkzeugen, konzentriert bei der Arbeit.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/08/26_009_ANNA_HULACOVA_HIGHRES_WALDHERR_FINN9728Web.jpg)

Kontext

### Im Studio bei Anna Hulačová](https://www.schirn.de/schirnmag/im-studio-bei-anna-hulacova/)
- [![Das Gemälde zeigt eine geheimnisvolle Frau in schwarzem Kleid und einen nackten Mann mit rotem Umhang in einer architektonischen Kulisse.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/07/Schirn_Presse_Fini_Im-Turm-Selbstportraet-mir-Constantin-Jalenski_1952_c_FAMM_Levett-Collection.jpg)

Kontext

### Bald in der SCHIRN: Leonor Fini. Magisch surreal](https://www.schirn.de/schirnmag/bald-in-der-schirn-leonor-fini-magisch-surreal/)
- [![Grafik mit gelbem Hintergrund und Zahlen (2, 3, 10) in einer künstlerischen Komposition, Schirn Kunsthalle Frankfurt.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/IASW-Keyvisual-B-Logo_web.jpg)

Podcast

### In A Silent Way. Episode 1](https://www.schirn.de/schirnmag/in-a-silent-way-episode-1/)
- [![Porträt einer lächelnden älteren Frau mit grauem Haar, geflochtenem Zopf und goldenen Ohrringen.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/Courtesy-of-Harry-Ransom-Center_-Austin_-TX.jpg)

### About Time: Mit der Choreografin Deborah Hay](https://www.schirn.de/schirnmag/about-time-mit-der-choreografin-deborah-hay/)
- [![Atmosphärischer Innenhof bei Nacht mit hängenden Leuchten und entspannten Menschen am Boden.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/42-NOI_260915_TimOttoRoth-VocalRevolution-_78A8854_web.jpg)

Kontext

### „Vocal Revolutions“ von Tim Otto Roth](https://www.schirn.de/schirnmag/vocal-revolutions-von-tim-otto-roth/)
- [![Bunt leuchtende Lampen hängen kreativ von einem Dach in den Abendhimmel, umgeben von blauem Himmel.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/Heaven_s_Carousel___bunter_Blick_in_den_blauen_Himmel_.jpg)

Kontext

### Alles dreht sich! 5 Karussell-Kunstwerke zwischen Vergnügen, Abgrund und Zukunft](https://www.schirn.de/schirnmag/alles-dreht-sich-5-karussell-kunstwerke-zwischen-vergnuegen-abgrund-und-zukunft/)
- [![Moderne Skulpturen in einer Kirche, umgeben von Ziegelwänden und bunten Fenstern. Minimalistische Gestaltung und Anordnung.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/09/Manifesta_16_StJMarien_Kirche_ph_Ivan_Erofeev-5_web.jpg)

Tipp

### Manifesta 16 Ruhr: Sakralräume für neue Gemeinschaften](https://www.schirn.de/schirnmag/manifesta-16-ruhr-sakralraeume-fuer-neue-gemeinschaften/)