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title: "Bald in der SCHIRN: Anna Hulačová. Abundantia"
date: 2026-08-27
last_modified: 2026-08-27T09:03:11+02:00
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# Bald in der SCHIRN: Anna Hulačová. Abundantia

![Skulptur eines humanoiden Körpers mit hohlem Kopf und einem detaillierten Hühnerrelief im Vordergrund.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2025/12/Schirn_Presse_Anna_Hulacova_Chicken_Thief_2024_c_Michal_Czanderle-1.jpg)

# Bald in der SCHIRN: Anna Hulačová. Abundantia

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Beton trifft auf Bienenwaben: Anna Hulačová erschafft in Ko-Kreation mit ihren Bienenvölkern Skulpturen. Aus ökofeministischer Perspektive thematisiert die Künstlerin das Verhältnis von Mensch, Natur sowie Technologie.

Die figurativen Skulpturen von Anna Hulačová verbinden Einflüsse von Surrealismus, Sozialistischem Realismus und tschechischer Volkskunst zu einem eigenständigen Kosmos.
Vom 1. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 zeigt die SCHIRN anlässlich des tschechischen Gastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse die erste [Einzelausstellung der Künstlerin Anna Hulačová](https://www.schirn.de/ausstellung/anna-hulacova/) (\*1984 in Sušice, Tschechische Republik) in Deutschland.

Hulačová, die auf einem Bauernhof aufwuchs, schöpft ihre Kunst aus einer tiefen Verbundenheit mit Pflanzen und Tieren. Das Verhältnis von Mensch, Natur und Technologie erkundet die Künstlerin aus ökofeministischer Perspektive. In ihren Arbeiten thematisiert sie den Verlust von Biodiversität, das Insektensterben und die Folgen industrieller Landwirtschaft. Die Biene – Sinnbild kollektiver Arbeit, ökologischer Krisen und mystischer Unsterblichkeit – ist zentrale Metapher ihrer Werke und mehr: Hulačovás Arbeiten entstehen in Ko-Kreation mit ihren eigenen Bienenvölkern. Gemeinsam mit diesen lässt die Künstlerin hybride Wesen und gesichtslose Science-Fiction-Figuren entstehen, in denen Beton und Bienenwaben, Organisches und Technoides, Natur und Maschine verschmelzen.

Die SCHIRN zeigt in zwei installativen Settings Skulpturen, Reliefs und Installationen, die zum großen Teil eigens für die Ausstellung entstanden. Der Titel der Schau bezieht sich auf die Figur der Abundantia, die in der römischen Mythologie für Wohlstand und Überfluss stand. Ihr Attribut, das Füllhorn, schüttet seinen Reichtum auf magische Weise aus, während die aufgewendeten Ressourcen, Mühen und die Arbeit, auf die sich Wohlstand stützt, unsichtbar bleiben.

![Eine Frau mit schulterlangen Haaren hält ein Holzobjekt und trägt ein gemustertes Hemd vor einer hellen Wand.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/08/26_009_ANNA_HULACOVA_HIGHRES_WALDHERR_FINN9893_web.jpg)

Portät Anna Hulačová, 2026

© Foto: Finn Waldherr

#### „Hulačová verbindet ihre in Ko-Kreationen mit Bienenvölkern geschaffenen Arbeiten zu Science-Fiction-Tableaus einer ökofeministischen Zukunft, die Utopie und Dystopie, Antike und Gegenwart, Mythos und radikale Gegenwart vereinen.“

Martina Weinhart, Kuratorin der Ausstellung

## Zwischen Sozialem Realismus und Science Fiction

Der erste Ausstellungsraum zeigt wuchtige Beton-Maschinen wie „Engine“ (2026) oder „Big Machine“ (2026). Von der Decke hängen ebenfalls aus Beton gegossene Reliefs, die mit feinen Zeichnungen aus Grafit versehen sind und mit geschnitztem Lindenholz kombiniert oder durch Bienenwaben ergänzt werden. Hulačová bezieht sich hier auf vielfach an sozialistischen Bauten anzutreffende Reliefs und verwendet aus diesem Kontext vertraute Motive oder Formen wie etwa aufstrebende Ähren. In der SCHIRN verbindet die Künstlerin diese mit den Skulpturen „Alien Bees“ (2021 und 2026) – insektenhafte Gestalten, die humanoide Merkmale tragen und an Comics der 1950er-Jahre oder Science-Fiction-Filme erinnern.

![](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/07/Schirn_Presse_Anna-Hulacova_Alien-Bees_2021_c_Manuel-Carreon-Lopez.jpg)

Anna Hulačová, Alien Bees, 2021, concrete, painted steel, pencil drawing on silk, stainless steel pedestal

Ansicht aus der Einzelausstellung „Anna Hulačová, Bugonia and Alien Bees“, Kahán Art Space, Wien, 2024 © Anna Hulačová, courtesy of the artist and Hunt Kastner, Prag, Foto: Manuel Carreon Lopez

![Kreative Wandinstallation aus Holz mit pflanzlichen Elementen und geometrischen Formen in neutralen Farben.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2025/12/Schirn_Presse_Anna_Hulacova_Oskeruse_Sorbus_domestica_2024_c_Vaclav_Litvan.jpg)

Anna Hulačová, Oskeruše (Sorbus domestica), 2024

© Anna Hulačová, courtesy of the artist and Hunt Kastner, Prague, Foto: Václav Litvan

## „Tüchtig wie eine Biene“ – Verklärung und Ausbeutung weiblicher Arbeit

Im zweiten Ausstellungsraum ist die Neuproduktion „Still Life / Still Alive“ (2026) zu sehen, ein Lebensmittel-Förderband vor metallischen, klinisch wirkenden Wänden. Figurinen von Arbeiterinnen sind im Raum verteilt. Am Ende des Förderbandes haben sich Früchte zu einem Berg aufgestaut, eine Arbeiterin versucht der Fülle der Produkte mit einem Quirl beizukommen. Es sind auch Referenzen auf Darstellungskonventionen der westlichen (männlichen) Kunstgeschichte, in denen Frauen vielfach mit einer üppigen Fülle von Früchten verbunden wurden, wie etwa in Marktszenen des 16. Jahrhunderts. Zugleich verweist die Künstlerin auf die nicht nur historische Dimension der Ausbeutung (weiblicher) Arbeitskraft in der arbeitsteiligen und maschinengestützten Produktionskette der Lebensmittelerzeugung bis hin zur Lebensmittel verarbeitende Verbraucherin.

Die zweite Arbeit im Raum, „After Bugonia“ (2025), adressiert die Milchwirtschaft. Drei Arbeiterinnen mit Gummistiefeln, Arbeitskitteln und Kopftüchern erinnern in Habitus und Ästhetik an die Figurativität des Sozialistischen Realismus. Die totalitäre Kunst propagierte den Archetypus der Mutter mit Begriffen wie Land, Erde, Fruchtbarkeit. Die Köpfe der Arbeiterinnen sind gesichtslos oder mit Bienenwaben ausgefüllt. Der Titel „After Bugonia“ entstammt dem antiken Mythos, dem zufolge Bienenvölker aus den toten Körpern von Stieren geboren wurden (Bugonie). Über das Motiv der Biene entsteht ein vielschichtiger Referenzkreis. Nicht zuletzt steht die Biene als weibliches Kollektiv mit Redewendungen wie „tüchtig wie eine Biene“ auch für die unsichtbare weibliche Arbeitskraft vieler Frauen in den unterschiedlichsten Gesellschaften.

![Skulpturen von zwei Melkerinnen und einer Kuh in grauem, minimalistischen Design mit Kabelanschluss.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_Anna_Hulacova_Bugonia_c_Jakub-Precechtel.jpg)

Anna Hulačová, After Bugonia, 2025

© Anna Hulačová, courtesy of the artist and Hunt Kastner Prague Foto: Jakub Přecechtěl