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title: "5 Kunstwerke, die Pride-Geschichte geschrieben haben"
date: 2026-06-09
last_modified: 2026-06-09T11:10:53+02:00
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# 5 Kunstwerke, die Pride-Geschichte geschrieben haben

# 5 Kunstwerke, die Pride-Geschichte geschrieben haben

![Regenbogenflagge mit zusätzlichen Farben und Symbolen zur Förderung von LGBTQ+ Vielfalt und Inklusion.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/06/LGBTQ_rainbow_flag_Quasar__Progress__variant.jpg)

Daniel Quasar, Progress Pride flag, 2017

Daniel Quasar, Image via commons.wikimedia.org

1 min Lesezeit

Es ist Juni und neben Urlaubslaune, Sonnenschein und Fußball-WM bedeutet das: It’s Pride Month! Höchste Zeit, sich mit Kunstwerken und Künstler\*innen zu befassen, die sich mit der LGBTQIA+-Community solidarisiert und für ihre Rechte eingesetzt haben!

Seit 1970 wird der Pride Month in der queeren Community gefeiert. Er soll an die [Stonewall-Aufstände](https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/509879/die-stonewall-unruhen-vom-28-6-1969-geburtsstunde-des-gay-pride/) erinnern, die im Juni 1969 in der Gay-Bar Stonewall Inn in der Christopher Street ihren Anfang nahmen und einen bedeutenden Meilenstein für die amerikanische und später westliche Lesben- und Schwulenbewegung gesetzt haben. Neben feierlichen Paraden, ausgelassener Stimmung, gehissten Regenbogenflaggen sowie fragwürdigen Pride-Kollektionen von Nike, Adidas und Co. hat der Pride Month vor allem eine gesellschaftspolitische Dimension: Er hat seinen Ursprung in den unerbittlichen Kämpfen gegen die Diskriminierung der LGBTQIA+-Community.

Angesichts der globalen Rückschritte in Bezug auf die Rechte queerer Menschen sind die lautstarke Positionierung und Erinnerung an die Anfänge der Pride-Bewegung heute wichtiger denn je. Mitglieder der Kunst- und Kulturszene sind häufig Alliierte im Kampf gegen Unterdrückung und solidarisieren sich. Kein Wunder also, dass diverse Künstler\*innen und Kunstwerke die Pride-Geschichte bedeutend mitgeprägt haben. Im Folgenden stellen wir euch fünf davon vor.

[![Detail: Flo Maak/ Lasse Lau, Hang On, Hang Tight, 2022, Filmstill © Flo Maak/Lasse Lau](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/04/Header_Flo_Maak__Lasse_Lau_hang_on__hang_tight_02.jpg)

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### Der wohl erste Gay-Riot der USA](https://www.schirn.de/schirnmag/der-wohl-erste-gay-riot-der-usa/)

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## Keith Haring, Ignorance = Fear / Silence = Death, 1989

Es kann unmöglich über die Anfänge der amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung gesprochen werden, ohne die comicartigen, geschlechtslosen Strichfiguren des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring einzubeziehen. Die 1970er- und -80er-Jahre waren nicht nur von Rebellionen gegen soziale Ungerechtigkeit geprägt, sondern auch vom Ausbruch der HIV-/AIDS-Epidemie. Betroffen waren aufgrund von Stigmatisierung, Diskriminierung und Marginalisierung vor allem schwule Männer und Mitglieder der LGBTQIA+-Community – auch Haring fiel der Erkrankung mit nur 31 Jahren zum Opfer. Schon vor dem Ausbruch der Epidemie verhandelte er mit seiner Kunst, die an die Ästhetik von Graffiti und Pop Art erinnert, sozial-politische Themen. Haring vertrat dabei vor allem die Rechte der queeren Community.

Aktivistisch besonders engagiert war er in der Aufklärung über HIV/AIDS. Unter anderem das ikonische Plakat „Ignorance = Fear / Silence = Death“ von 1989, mit dem im selben Jahr New Yorker Busse beklebt wurden, ging mit seiner politischen Botschaft in die Geschichte ein. Ursprünglich fertigte er es für die aktivistische Bewegung ACT UP (AIDS Coalition to Unleash Power) an. Haring produzierte außerdem T-Shirts mit von ihm gestalteten Protestbotschaften. Noch heute lassen sich seine unverwechselbaren Figuren auf Kleidungsstücken, Fahnen und Plakaten wiederfinden. Sie symbolisieren Solidarität mit der LGBTQIA+-Community und dem Kampf für Gleichberechtigung.

![](https://whitneymedia.org/assets/artwork/46387/2014_265_cropped.jpg)  [Keith Haring](https://whitney.org/artists/2685), Ignorance = Fear / Silence = Death. 1989

© Keith Haring Foundation, Image via [whitney.org](https://whitney.org/collection/works/46387)

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## Andy Warhol, Ladies and Gentlemen (Marsha P. Johnson), 1975

Auch der Pop Art-Künstler Andy Warhol gilt als wichtige Figur der LGBTQIA+-Bewegung. Nicht nur war in den 1960er-Jahren sein New Yorker Atelier *The Factory* als Treffpunkt für queere Menschen besonders prägend. Auch die Sujets seiner schon damals populären Kunst tragen seit jeher zur Sichtbarkeit queerer Lebensrealitäten im Mainstream bei.

Seine zehnteilige Siebdruckserie „Ladies and Gentlemen“ von 1975 besteht beispielsweise aus Portraits von Schwarzen und Latinx Drag Queens und Transfrauen, die innerhalb der LGBTQIA+-Community zu der intersektional diskriminierten Minderheit gehören. Einer der von Warhol portraitierten Menschen ist die Aktivistin Marsha P. Johnson, von der er ein Polaroidfoto vergrößerte und per Siebdruckverfahren auf Leinwand druckte. Marsha P. Johnson, die den Spitznamen „Saint of Christopher Street“ trug, agierte als zentrale Figur bei den zuvor erwähnten Stonewall-Aufständen. Laut Zeitzeug\*innen gehörte sie zu den ersten Personen, die sich bei einer Razzia lautstark gegen Polizeigewalt und Diskriminierung wehrte. Die darauffolgenden Unruhen hielten tagelang an und mündeten schließlich in einer flächendeckenden Solidarisierung und Verbundenheit innerhalb der Community. Als Folge der Stonewall-Aufstände organisierten sich zahlreiche aktivistische Gruppen sowie soziale und politische Initiativen, um gemeinsam für die Rechte der LGBTQIA+-Community zu kämpfen. Marsha P. Johnson organisierte gemeinsam mit der „Gay Liberation Front“ Protestmärsche, die den Grundstein für die heutigen CSD-Demonstrationen rund um den Pride Month herum legten.

![](https://cdn.thecollector.com/wp-content/uploads/2023/05/andy-warhol-marsha-p-johnson-ladies-gentelemen.jpg?width=640&quality=100&dpr=2)  Andy Warhol, Ladies and Gentlemen (Marsha P. Johnson), 1975

Image via [thecollector.com](https://www.thecollector.com/women-andy-warhol-art/)

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## L.J. Roberts, Stormé at Stonewall, 2019

Im Gegensatz zu den historischen Kollegen, ist L.J. Roberts eine zeitgenössische kunstschaffende Person aus USA. Roberts ist besonders für großformatige Textilinstallationen bekannt und stets um die Sichtbarmachung von vergessenen oder verdrängten Geschichten aus der LGBTQIA+-Community bemüht. Die Darstellung queerer Kultur in der Vergangenheit und Gegenwart ist Hauptsujet von Roberts Kunst. Die Installation „Stormé at Stonewall“ von 2019 stellt einen direkten Bezug zu den Stonewall-Aufständen her und rückt – ähnlich wie Warhol in seiner Siebdruckserie – zentrale und dennoch marginalisierte Personen in den Mittelpunkt. Die Installation erinnert an ein Archiv und besteht aus Lichtboxen, die Collagen aus Zeitungsartikeln und Fotografien zeigen. Roberts fokussiert sich dabei vor allem auf die Repräsentation von Stormé DeLarverie in verschiedenen Etappen ihres Lebens: DeLarverie war ähnlich wie Marsha P. Johnson maßgeblich an der Rebellion im Stonewall Inn beteiligt. Als Aktivistin und Künstlerin setzte sich DeLarverie vor allem für die Rechte lesbischer Frauen ein und performte als einziger Drag King neben 25 Drag Queens in einer beliebten, landesweit tourenden Drag Show. Für queere Frauen mit dem Wunsch als Drag King zu performen, war und ist DeLarverie eine Pionierin – und dennoch geriet ihre Geschichte in Vergessenheit. Mit der Lichtboxinstallation setzt sich Roberts in Erinnerung an ihre Ursprünge für die immer noch unterrepräsentierte Drag King-Szene ein, genauso wie für lesbische Sichtbarkeit und die maßgeblich prägende Rolle lesbischer Frauen in der Pride-Bewegung seit 1970.

![](https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f6b9c2dced10863b02625ce/1727102291887-VNN2JEHGNPZJQYPX4USY/NPG_2022_11+Storme_v10.jpg?format=1000w)  L.J. Roberts, Stormé at Stonewall, 2019

© 2024 LJ Roberts, Image via [ljroberts.net](https://www.ljroberts.net/sculpture/storme-at-stonewall)

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## Catherine Opie, Dyke, 1993

Nicht nur als zentrale Mitwirkende bei der Pride-Bewegung sind queere Frauen weniger präsent: Ebenso in der bildenden Kunst erhält die künstlerische Auseinandersetzung mit lesbischer Identität und Lebensrealität weniger Aufmerksamkeit als die Verhandlung schwuler Identität.

Während Catherine Opies Fotografie „Dyke“ von 1993 innerhalb der lesbischen Community absolut ikonisch ist, können viele Menschen aus der Kunst- und Kulturszene kaum den Begriff einordnen. Als ehemals abfällige Bezeichnung für lesbische Frauen ist der Begriff „Dyke“ heutzutage im Sinne der Ermächtigung zu einer Selbstbezeichnung geworden. Seit den frühen 1990er-Jahren besteht Opies Œuvre aus Fotografien, die queere Subkultur abbilden und Themen wie beispielsweise [queere Elternschaft ](https://www.schirn.de/schirnmag/mother-is-mothering-lesbische-mutterschaft-in-der-kunst/)sichtbar machen – als Mitglied der LGBTQIA+-Community portraitierte sie sich darüber hinaus in verschiedenen Momenten ihres Lebens selbst. Ähnlich wie Harings Figuren immer noch auf T-Shirts gedruckt werden und als Erkennungs- und Solidaritätszeichen dienen, wird der in Frakturschrift gestaltete Claim „Dyke“ innerhalb der lesbischen Community verwendet: auf T-Shirts, Caps, oder sogar – wie auf der Fotografie von Opie – als Tattoo.

Übrigens: Im [Fridericianum ](https://fridericianum.org/de/ausstellungen/catherine-opie/)in Kassel läuft noch bis zum 19. Juli die erste institutionelle Einzelausstellung von Catherine Opie in Deutschland!

![](https://static-assets.artlogic.net/w_780,c_limit,f_auto,fl_lossy/artlogicstorage/thomasdane/images/view/4f9067e4776eec9d43b6746d2fdf0fabj.jpg)  Catherine Opie, Dyke, 1993

Image via [thomasdanegallery.com](https://www.thomasdanegallery.com/artists/239-catherine-opie/works/8545/)

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## Daniel Quasar, Progress Pride Flag, 2018

Im Jahr 2018 kreierte Daniel Quasar die sogenannte „Progress Pride Flag“. Im Gegensatz zur klassischen Regenbogenflagge, die 1978 von Gilbert Baker gestaltet wurde und horizontale Streifen in den Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett zeigt, beinhaltet die „Progress Pride Flag“ weit mehr Formen und Farben. Quasars Ziel war es, eine inklusivere Flagge zu gestalten, die die Intersektionalität der zeitgenössischen LGBTQIA+-Bewegung betonen sollte. Der von Quasar in die herkömmliche Regenbogenfahne integrierte und nach rechts deutende Pfeil signalisiert eine Vorwärtsbewegung. Darüber hinaus betonen seine Farben die immer noch mangelnde Sichtbarkeit marginalisierter queerer Identitäten innerhalb der LGBTQIA+-Community: Die Farben Weiß, Rosa und Hellblau stehen für die Trans-Community, der braune Streifen repräsentiert *Schwarze*, Indigene und andere Menschen of Color und ihre intersektionalen Kämpfe, während die Farbe Schwarz an die HIV-/AIDS-Epidemie, das Stigma der Krankheit und diejenigen erinnert, die den Kampf für Gleichberechtigung nicht überlebt haben. Seitdem die erste Produktion der „Progressive Pride Flag“ über ein Crowdfunding finanziert wurde, hat sie sich rasant verbreitet. Quasars Werk ersetzt inzwischen die traditionelle Regenbogenflagge und steht für die Offenheit und stetige Weiterentwicklung der Pride-Bewegung.

![Regenbogenflagge mit zusätzlichen Farben und Symbolen zur Förderung von LGBTQ+ Vielfalt und Inklusion.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/06/LGBTQ_rainbow_flag_Quasar__Progress__variant.jpg)

Daniel Quasar, Progress Pride flag, 2017

Daniel Quasar, Image via commons.wikimedia.org