03. Dezember 2019

Fantastische Aussichten für 2020: Die Schirn präsentiert erstmals in einer großen Ausstellung den weiblichen Beitrag zum Surrealismus.

Von Schirn Magazin

Zu Beginn des Ausstellungsjahrs 2020 präsentiert die Schirn vom 13. Februar bis zum 24. Mai 2020 das groß angelegte Ausstellungsprojekt „Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“, das den Künstlerinnen des Surrealismus gewidmet ist. Göttin, Teufelin, Puppe, Fetisch, Kindfrau oder wunderbares Traumwesen – die Frau war das zentrale Thema surrealistischer Männerfantasien.

Künstlerinnen gelang es zunächst als Partnerin oder Modell in den Kreis um den Gründer der Surrealisten-Gruppe, André Breton einzudringen. Allerdings zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass die Beteiligung von Künstlerinnen an der internationalen Bewegung wesentlich umfassender war als allgemein bekannt und bislang dargestellt. Die Schirn beleuchtet erstmals in einer großen Überblicksausstellung den weiblichen Beitrag zum Surrealismus.

Die Beteiligung von Künstlerinnen war umfassender als allgemein bekannt 

Was die Künstlerinnen von ihren männlichen Kollegen vor allem unterscheidet, ist die Umkehr der Perspektive: Durch Befragung des eigenen Spiegelbilds oder das Einnehmen verschiedener Rollen sind sie auf der Suche nach einem (neuen) weiblichen Identitätsmodell. Auch das politische Zeitgeschehen, die Literatur sowie außereuropäische Mythen und Religionen sind Themen, mit denen sich die Surrealistinnen in ihren Werken auseinandersetzen.

 

Dorothea Tanning, Voltage, 1942 © The Estate of Dorothea Tanning/VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Photo: Jochen Littkemann, Berlin

Die Ausstellung konzentriert sich auf Künstlerinnen, die direkt mit der 1924 in Paris gegründeten surrealistischen Bewegung verbunden waren, wenngleich bisweilen nur für kurze Zeit: Sie waren mit André Breton persönlich bekannt, stellten mit der Gruppe aus oder setzten sich mit den surrealistischen Ideen theoretisch auseinander.

Mit 34 Künstlerinnen aus 11 Ländern wird ein vielfältiges Spektrum abgebildet

Mit rund 260 beeindruckenden Gemälden, Papierarbeiten, Skulpturen, Fotografien und Filmen von 34 Künstlerinnen aus 11 Ländern bildet die Schau ein vielfältiges stilistisches und inhaltliches Spektrum ab. Neben bekannten Namen wie Louise Bourgeois, Claude Cahun, Leonora Carrington, Frida Kahlo, Meret Oppenheim oder Dorothea Tanning sind zahlreiche unbekannte, aufregende Persönlichkeiten wie Toyen, Alice Rahon oder Kay Sage aus mehr als drei Jahrzehnten surrealistischer Kunst zu entdecken. Sie werden in der Schirn mit einer repräsentativen Auswahl ihrer Arbeiten vorgestellt. Die Ausstellung spiegelt zudem Netzwerke und Freundschaften zwischen den Künstlerinnen in Europa, den USA und Mexiko.

Leonora Carrington, Portrait of the late Mrs. Partridge, 1947 © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago