BRUNO GIRONCOLI. PROTOTYPEN EINER NEUEN SPEZIES

14. FEBRUAR – 12. MAI 2019

Der Österreicher Bruno Gironcoli (1936–2010) ist einer der wichtigsten Bildhauer seiner Generation. In einer persönlich gefärbten, individuellen Bildsprache schuf er ab den frühen 1960er-Jahren in einer schier nicht enden wollenden erfinderischen Unersättlichkeit ein sehr eigenwilliges, singuläres Œuvre. Mit immer neuen Werkgruppen gelang es ihm, eine jeweils unverkennbare, überraschende Sprache zu finden. Nacheinander entstanden Drahtplastiken, Hohlkörperformen, Polyesterobjekte und irritierende Environments. 

Ohne Titel, 1996, Eisen, Holz, Kunststoff, 460 x 220 x 410 cm, Gironcoli Museum, Herberstein, © the Estate Bruno Gironcoli, Foto: Hans Christian Krass

In einer eindringlichen Ausstellung präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt Ausschnitte aus Gironcolis monumentalem Spätwerk.

Als seien sie einem Theater des Absurden oder einer surrealen Traumwelt entsprungen, erscheinen die gigantischen Objekte wie Prototypen einer neuen Spezies, getaucht in glänzende, verführerische Oberflächen aus Gold, Silber und Kupfer. Fremdartig und doch vertraut sind sie mit ihren organischen Formen und den Versatzstücken einer Alltagskultur, die sich häufig am Lokalen orientiert: Bald glaubt man ein Weinfass zu erkennen, eine Ähre, eine Weinrebe. Dann wieder inszeniert Gironcoli einen seltsamen Aufmarsch von Säuglingen oder eine imposante ameisenartige Skulptur. Seine grandiosen und irritierenden Werke überraschen stets als postmoderne Pastiches.


Wandtexte der Ausstellung "Bruno Gironcoli. Prototypen einer neuen Spezies"

12.02.2019 | Bruno Gironcolis Ästhetik der Maßlosigkeit und Opulenz, die ständig Wucherungen und Schnörkel ausbildete, hat unzählige jüngere Künstler inspiriert. Heute gilt der Österreicher als einer der wichtigsten Bildhauer seiner Generation. In seiner persönlich gefärbten Bildsprache schuf er seit den frühen 1960er-Jahren in erfinderischer Unersättlichkeit ein sehr eigenwilliges OEuvre. Mit immer neuen Werkgruppen gelang es ihm, eine jeweils unverkennbare, überraschende Sprache zu finden. Nacheinander entstanden Drahtplastiken, Hohlkörperformen, Polyesterobjekte und irritierende Environments. Der Mensch mit seinen Abgründen befand sich dabei im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit.

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Auszug aus dem Rahmen- und Vermittlungsprogramm der Ausstellung "Bruno Gironcoli. Prototypen einer neuen Spezies"

12.02.2019 | Während der Laufzeit der Ausstellung findet ein vielseitiges Rahmenprogramm statt. Einige Höhepunkte des Programms bilden die folgenden Veranstaltungen. Alle Informationen finden Sie unter www.schirn.de.

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BRUNO GIRONCOLI. PROTOTYPEN EINER NEUEN SPEZIES

14.01.2019 | Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert vom 14. Februar bis 12. Mai 2019 in einer eindringlichen Ausstellung eine Auswahl monumentaler Skulpturen aus dem Spätwerk des Künstlers Bruno Gironcoli (1936–2010). Der Österreicher gilt als einer der wichtigsten Bildhauer seiner Generation. In seiner persönlich gefärbten, individuellen Bildsprache schuf er ab den frühen 1960er-Jahren in einer schier nicht enden wollenden erfinderischen Unersättlichkeit ein sehr eigenwilliges, singuläres OEuvre. Mit immer neuen Werkgruppen gelang es ihm, eine jeweils unverkennbare, überraschende Sprache zu finden. Nacheinander entstanden Drahtplastiken, Hohlkörperformen, Polyesterobjekte und irritierende Environments. Der Mensch mit seinen Abgründen befand sich dabei im Zentrum der künstlerischen Arbeit Gironcolis. Existenzielle Fragen und einen durchaus politisch motivierten Avantgardegedanken teilte er mit den Kollegen der Wiener Szene. Gironcolis Ästhetik der Maßlosigkeit und der Opulenz, die ständig Wucherungen und Schnörkel ausbildete, hat unzählige jüngere Künstler inspiriert, darunter auch ehemalige Schüler wie Franz West, Hans Schabus oder Ugo Rondinone. 1977 übernahm Gironcoli die Leitung der Bildhauerschule der Akademie der bildenden Künste in Wien. Ermöglicht durch die großzügige Ateliersituation entstanden erstmals raumfüllende, oft raumsprengende Skulpturen, die als Hauptwerk des Künstlers gelten. Als seien sie einem Theater des Absurden oder einer surrealen Traumwelt entsprungen, erscheinen die gigantischen Objekte wie Prototypen einer neuen Spezies, getaucht in glänzende, verführerische Oberflächen aus Gold, Silber und Kupfer. Die Schirn präsentiert insgesamt sechs dieser Skulpturen – sowohl im Innenraum als auch im Außenraum, der Rotunde. Fremdartig und doch vertraut sind sie mit ihren organischen Formen und den Versatzstücken einer Alltagskultur, die sich häufig am Lokalen orientiert: Bald glaubt man ein Weinfass zu erkennen, eine Ähre, eine Weinrebe. Dann wieder inszeniert Gironcoli einen seltsamen Aufmarsch von Säuglingen oder eine imposante ameisenartige Skulptur. Seine grandiosen und irritierenden Werke überraschen stets als postmoderne Pastiches.

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BRUNO GIRONCOLI. PROTOTYPEN EINER NEUEN SPEZIES, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2019, Foto: Hans Christian Krass

BRUNO GIRONCOLI. PROTOTYPEN EINER NEUEN SPEZIES, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2019, Foto: Hans Christian Krass

BRUNO GIRONCOLI. PROTOTYPEN EINER NEUEN SPEZIES, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2019, Foto: Hans Christian Krass

BRUNO GIRONCOLI. PROTOTYPEN EINER NEUEN SPEZIES, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2019, Foto: Hans Christian Krass

BRUNO GIRONCOLI. PROTOTYPEN EINER NEUEN SPEZIES, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2019, Foto: Hans Christian Krass

Bruno Gironcoli, Figur mit großen Scheibenformen und Spitzköpfen sowie zwei (nicht ausgeführten) Spiralformen, 1986-1990 / 1995, Eisen, Holz, Kunststoff, 300 x 245 x 210 cm, Gironcoli Museum, Herberstein, © the Estate Bruno Gironcoli, Foto: Hans Christian Krass

Bruno Gironcoli, Ohne Titel, 1996, Eisen, Holz, Kunststoff, 460 x 220 x 410 cm, Gironcoli Museum, Herberstein, © the Estate Bruno Gironcoli, Foto: Hans Christian Krass

Bruno Gironcoli, Ohne Titel (Detail), 1996, Eisen, Holz, Kunststoff, 460 x 220 x 410 cm, Gironcoli Museum, Herberstein, © the Estate Bruno Gironcoli, Foto: Hans Christian Krass

Bruno Gironcoli, Ohne Titel, 2001, Eisen, Holz, Kunststoff, 230 x 260 x 230 cm, Gironcoli Museum, Herberstein, © the Estate Bruno Gironcoli, Foto: Hans Christian Krass

Bruno Gironcoli in seinem Atelier, Kurzbauergasse, Wien, 1997, Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Margherita Spiluttini

Bruno Gironcoli im Frankfurter Kunstverein 1981, Foto: Walter Kranl