Double Feature

Das Double Feature versteht sich als Plattform für verschiedene Strömungen und Ausdrucksformen der Film- und Videokunstproduktion. Seit mehr als acht Jahren lädt die SCHIRN nationale und internationale Film- und Videokünstlerinnen und -künstler ein, ein Werk aus ihrem eigenen Schaffen zu präsentieren, gefolgt von einem Film ihrer Wahl. In der SCHIRN wurden bereits Filme und Videoarbeiten von über 60 Künstlern und Künstlerinnen gezeigt. Die Videos und Gespräche mit den bisher beteiligten Künstlern sind über den YouTube-Kanal der SCHIRN unter dem Titel "Video Art" abrufbar. Auch das SCHIRN MAGAZIN liefert regelmäßig diskursive Beiträge mit redaktionellem Schwerpunkt Videokunst zur Double Feature-Reihe.

Double Feature versteht sich als Plattform für ganz unterschiedliche Tendenzen und Ausdrucksformen der künstlerischen Filmproduktion

MAEVE BRENNAN

Maeve Brennan ist eine in London lebende Künstlerin und Filmemacherin. Sie arbeitet mit Bewegtbild, Installation, Skulptur und Printmedien um die politische und historische Resonanz von Material und Ort zu erforschen. Sie entwickelt Langzeituntersuchungen, die von persönlichen Begegnungen geleitet werden, und greift dabei auf Expertenwissen, das eine materielle Praxis umfasst, z.B. von Geolog:innen, Archöolog:innen, Archtikt:innen oder Restaurator:innen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Reparatur, zurück. In „An Excavation“ (2022) arbeitet sie mit dem forensischen Archäologen Dr. Christos Tsirogiannis zusammen, um internationale Untergrundnetzwerke aufspüren, die die Plünderung, den Schmuggel und den Verkauf kultureller Artefakte erleichtern.

Maeve Brennan An Excavation (2022) film still © Maeve Brennan. Commissioned by Stanley Picker Gallery, Kingston University

KARIMAH ASHADU

Die Filmkünstlerin Karimah Ashadu setzt sich mit Lebens- und Arbeitsbedingungen, Patriarchat und Vorstellungen von Unabhängigkeit im sozioökonomischen und kulturellen Kontext Nigerias und Westafrikas auseinander. In der SCHIRN zeigt Ashadu ihren Film Plateau (2021, 30 Min.), benannt nach dem nigerianischen Bundesstaat Jos-Plateau. Die Videoarbeit begleitet eine Gruppe von Bergmännern, die in dieser Region illegal Zinn und Kolumbit abbauen und eröffnet einen postkolonialen Diskurs. Nach dem Ende des im Kolonialismus begründeten Handels mit den Mineralien 1985 wurden dort viele Unternehmen geschlossen und die Arbeiter entlassen. Das erworbene Wissen wurde jedoch weitergegeben und es formierten sich unabhängige Gemeinschaften, um erneut nach Mineralien zu schürfen. Plateau porträtiert Arbeiter, Dorfbewohner und Landbesitzer, die über die Zerstörung der Landschaft, Ungerechtigkeit und die Gefahren des Zinnabbaus reflektieren. Im Vordergrund steht jedoch das Streben nach Unabhängigkeit durch Arbeit. Ashadu lenkt dabei den Blick unverklärt auf die Schönheit der zerfurchten Landschaft und kreiert ein reales Bild der gefährlichen Arbeitsbedingungen, ohne zu moralisieren.

Karimah Ashadu, Plateau (Filmstill), © Karimah Ashadu

DEMNÄCHST

29. März: Driant Zeneli
26. April: Flo Maak