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title: "Bald in der SCHIRN: THE WORLD THROUGH AI"
date: 2026-06-01
last_modified: 2026-06-01T16:54:55+02:00
generated_at: 2026-06-01T20:33:56Z
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# Bald in der SCHIRN: THE WORLD THROUGH AI

![A young man sits underwater, surrounded by greenish light and silhouetted diving equipment.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn-Presse_WTAI_Gregory-Chatonsky_La-Quatrieme-Memoire_2025_©-Gregory-Chatonsky.jpg)

Gregory Chatonsky, La Quatrième Mémoire, 2025

© Gregory Chatonsky

# Bald in der SCHIRN: THE WORLD THROUGH AI

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Ab dem 11. Juni 2026 widmet sich die SCHIRN in der große Sommerausstellung [THE WORLD THROUGH AI](https://www.schirn.de/ausstellung/the-world-through-ai/) dem Einfluss von KI und setzt sich mit ethischen, ökologischen und politischen Fragen auseinander: Wie produziert KI Bilder, wie wird Wissen geordnet und wie werden neue Wirklichkeiten geschaffen?

KI-Technologien verändern grundlegend, wie Bilder erzeugt, bearbeitet, verbreitet, beschrieben und betrachtet werden. Ihr Einfluss auf die visuelle Kultur und die zeitgenössische Kunstpraxis gehört zu den sichtbarsten Phänomenen in diesem Bereich, der von undurchsichtigen technischen Prozessen dominiert wird. Die große Sommerausstellung der SCHIRN zeigt daher Kunstwerke aus den letzten zehn Jahren bis zur Gegenwart, die sich mit den kognitiven, psychologischen, politischen und ökologischen Dimensionen der künstlichen Intelligenz (KI) auseinandersetzen. Videoinstallationen, Grafiken, Skulpturen und Fotografien, darunter mehrere eigens für die Ausstellung konzipierte Neuproduktionen – in der SCHIRN werden rund 40 Arbeiten von internationalen Künstler\*innen auf beiden Ausstellungsflächen in der ehemaligen Dondorf Druckerei gezeigt.

Beleuchtet wird ein breites Themenspektrum, das Ressourcen und Umweltfaktoren ebenso umfasst wie Fragen zur Wahrnehmung, zum maschinellen Sehen oder zur Gesichts- und Emotionserkennung sowie zu Imagination und Erinnerung. Die Arbeiten behandeln zahlreiche Punkte – von Mikroarbeit über die Etablierung alternativer Geschichtsschreibungen bis hin zu möglichen Zukunftsvisionen. Weitere Aspekte sind der sogenannte AI Slop und die Slopaganda (die Verwendung von KI-generierten Bildern als neue Form der politischen Propaganda).
Eine Reihe von „Zeitkapseln“ verbindet als parallele Erzählebene der Schau die Gegenwart mit der Vergangenheit und bettet die aktuellen Veränderungen durch neue Technologien in einen historischen Kontext ein.

#### „Die Künstler\*innen der Ausstellung beleuchten die vielen Facetten von KI und geben so ein kritisches Werkzeug an die Hand, das Orientierung in einer wachsenden KI-Landschaft bietet und Handlungsspielräume gegen den Mainstream eröffnet.“

Antonio Somaini und Katharina Dohm, Kurator\*innen

## Opaque infrastructures and toxic materiality

Der Rundgang startet in Halle 1 mit **Timo Arnalls** „Internet machine“ (2014) und richtet den Blick auf die riesigen Datenzentren, in denen KI-Technologien verankert sind. In seiner Videoinstallation legt der Künstler die Realität der digitalen Infrastruktur offen, die – anders als die Rede von der immateriellen „Cloud“ vermuten lässt – massive physische Bauten und enorme Ressourcen an Strom und Wasser benötigt.

Die materiellen und funktionalen Grundstrukturen von KI-Systemen beleuchten mehrere künstlerische Positionen. **Julian Charrière** lässt in der Serie „Metamorphism“ (2016) Computerbauteile wie Mainboards und Prozessoren (CPUs) mit Erde zu skulpturalen Mineralformationen verschmelzen und stellt damit die Frage nach dem digitalen Abfall und dessen Toxizität. Die Videoinstallation „Computational Compost“ (2023) von **Marina Otero Verzier** beschäftigt sich mit den ökologischen Auswirkungen und Begrenzungen technologischer Datenspeicherung und anderen Formen des kollektiven Gedächtnisses. Alternative nichtmenschliche kollektive Intelligenz thematisiert **Agnieszka Kurant** in ihren Arbeiten, wie u.a. „A.A.I. (System’s Negative) No. 6“ (2016), dem Negativabguss eines verlassenen Termitenhügels aus Zink.

![Close-up of a mineral rock featuring green and blue hues with many small holes and uneven surfaces.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Julian-Charriere_Metamorphism-LI_2016_©-Julian-Charriere.jpg)

Julian Charrière, Metamorphism LI, 2016

© Julian Charrière / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

## From machine vision to the reorganization of words and images

Ein weiterer Bereich der Ausstellung widmet sich dem maschinellen Sehen, einer aktuellen Kultur des neuen nichtmenschlichen, algorithmisch gesteuerten Blicks. Die SCHIRN zeigt hier u.a. die drei Videoinstallationen „Auge / Machine I-III“ (2001–2003) von **Harun Farocki**. Der Filmemacher und Theoretiker setzte sich bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit den Technologien der automatischen Erkennung, Identifizierung und Klassifizierung von Objekten, Orten, Körpern und Gesichtern auseinander, die insbesondere in der Kriegsführung, in der industriellen Produktion, im Verkehrsmanagement und in der Robotik zum Einsatz kommen.

Der konkrete Aspekt der Gesichts- und Emotionserkennung ist Gegenstand u.a. von **Trevor Paglens** Videoarbeit „Behold These Glorious Times!“ (2017), die Bilder von Objekten, Gesichtern, Merkmalen und Emotionen aus großen Trainingsdatensätzen sowie die Analysen der Maschinen präsentiert. Die interaktive Installation „Faces of ImageNet“ (2022) veranschaulicht den Besucher\*innen, die vor ihr stehen, wie ein auf potenziell diskriminierenden Datensätzen basierendes System sie erkennt und kategorisiert.

Die Ausstellung beleuchtet auch die algorithmische Neuordnung der Beziehungen zwischen Wörtern und Bildern, zwischen dem Lesbaren und dem Sichtbaren. Generative KI-Modelle erzeugen komplexe verbale Beschreibungen von Bildern bzw. übertragen umgekehrt sprachliche Anweisungen (Prompts) in Visualisierungen. Das Kollektiv **Taller Estampa** nutzt z.B. die Übersetzung durch Objekt- und Gesichtsanalysesysteme sowie Image-to-Text-Modelle für seine Videoinstallationen, bei denen Gemälde und Filmausschnitte in Sprache übersetzt werden. „What Do You See, YOLO9000?“ (2019) und „Ekphrasis“ (2025) offenbaren dabei die Limitiertheit von einseitig trainierten Systemen sowie das poetische Potenzial, das in dem Versuch der Übersetzung von Bildern in Wörter entsteht.

![Painting of a red and green apple with a large white sign that says "This is not an apple."](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Trevor-Paglen_The-Treachery-of-Object-Recognition_2019-©-Trevor-Paglen.jpg)

Trevor Paglen, The Treachery of Object Recognition, 2019

© Trevor Paglen, Courtesy of the Artist, Altman Siegel, San Francisco and Pace Gallery

## Visible Power, Invisible Labor

**Kate Crawford und Vladan Joler** veranschaulichen mit dem großformatigen Diagramm „Calculating Empires: A Genealogy of Technology and Power Since 1500“ (2023) die tiefreichenden Genealogien und miteinander verflochtenen Entwicklungen, die zum aktuellen Stand der KI führten. Sichtbar wird eine über fünf Jahrhunderte umspannende Geschichte, in der Technologien und Automatisierung dazu dienten, Macht und Einfluss über Körper, Geist, Gesellschaften, Zeit und Raum zu erlangen.

Die folgenden Sektionen behandeln die weitgehend unsichtbare menschliche Arbeit hinter scheinbar autonomen KI-Systemen. **Hito Steyerls** Videoinstallation „Mechanical Kurds“ (2025) bezieht sich auf einen von Wolfgang von Kempelen im 18. Jahrhundert konstruierten Schachspielautomaten, der in Wirklichkeit von einem Schachmeister betätigt wurde, sowie auf Amazon Mechanical Turk, eine Onlineplattform für ausgelagerte Mikroarbeiten. Steyerl dokumentiert die Arbeit von kurdischen Clickworker\*innen in Flüchtlingslagern, wo sie zum Training unbemannter Drohnen beitragen, die dann möglicherweise gegen dieselbe kurdische Bevölkerung eingesetzt werden.

![Futuristic scene with a vehicle, flying people, and a comment about AI and drones.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/05/Schirn_Presse_WTAI_Hito-Steyerl_Mechanical_Kurds_2025_subtitle.jpg)

Hito Steyerl, Mechanical Kurds, 2025, Single-channel HD video installation (color, sound), aluminium frame Duration: 13 min

© Courtesy the artist, Andrew Kreps Gallery, New York and Esther Schipper, Berlin/Paris/Seoul, Stills Hito Steyerl/ VG Bild-Kunst, Bonn 2026

![Graphic illustrating the quantification of the human body and various data sources for profiles.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn-Presse_WTAI_-Kate-Crawford_Vladan-Joler_Anatomy_Quantification-of-Human-Body_2018_Detail.jpg)

Kate Crawford &amp; Vladan Joler, Anatomy of an AI System, 2018

© Curtesy of the Artists

## AI Utopia and Hallucination as Artistic Tools

Ein weiterer Bereich der Ausstellung widmet sich Halluzinationen und Psychops. Generative KI „halluziniert“, wenn sie Ergebnisse liefert, die nicht mit den Zielvorgaben übereinstimmen. Diese Fehlfunktionen können zufällig auftretende, statistisch mögliche Ausgabeinhalte sein, aber auch bewusst als Mittel der psychologischen Manipulation erzeugt werden. **Trevor Paglen** verdeutlicht mit zwei Arbeiten aus der Serie „Adversarially Evolved Hallucinations“ (2017), wie generative KI-Modelle namens GANs (Generative Adversarial Networks) aktiv zum Halluzinieren gebracht werden können, indem sie mit komplexen und heterogenen Bildern trainiert werden, die Allegorien, Metaphern und Symbole wiedergeben und durch Schlüsselwörter aus Literatur, Philosophie, Poesie, Folklore und spirituellen Traditionen beschrieben werden. Mit der Videoserie „Cyclops“ (2023) stellt Paglen die aktuelle Entwicklung von KI als Teil einer längeren Tradition dar, die ihren Ursprung in der psychologischen Kriegsführung und den Mind-Control-Experimenten des Kalten Kriegs hat.

Ein anderer Raum stellt mit der interaktiven Arbeit „xhairymutantx“ (2024) von **Holly Herndon und Mat Dryhurst** einer durch unternehmerische Interessen geprägten Technologie eine alternative KI als Medium künstlerischer Imagination und kollektiver Schöpfung entgegen. Ausgehend von den Fragen, wie das eigene Bild durch KI kodiert und eingebettet wird und wie die Kontrolle über Selbstdarstellungen zurückgewonnen werden kann, entwickelten die Künstler\*innen ein eigenes öffentliches Text-to-Image-Modell mit Prompter, das immer wieder Varianten einer rothaarigen, mutierten Holly-Herndon-Figur generiert. Die Arbeit ist Teil eines umfassenderen, fortlaufenden Werkkomplexes, in dem die Künstler\*innen eine KI konzipieren und aktivieren wollen, die offen, transparent und kollektiv ist.

![Futuristic figure with orange braids in a green suit, standing under a blue sky with clouds.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Holly-Herndon-_Mat-Dryhurst_xhairymutantx_Embedding-Study-1_2024.jpg)

Holly Herndon &amp; Mat Dryhurst, xhairymutantx, Embedding Study 1, 2024, dye-Sublimation Print on Aluminium 181.93 x 121.29 cm (71.6 in x 47.8 in)

© Holly Herndon &amp; Mat Dryhurst

## (Not) A Colonial Entrenchment Through AI

Der Ausstellungsrundgang wird in Halle 2 der SCHIRN fortgesetzt. Zwei künstlerische Positionen setzen sich hier mit den Aspekten koloniale Logik und dekoloniale KI auseinander. **Nouf Aljowaysirs** Werk „Salaf“ (2021–2025) umfasst Bilder von Beduinengruppen aus dem Fotoarchiv der britischen Forscherin Gertrude Bell (1868–1926). Indem Aljowaysir die menschlichen Figuren in Bells Fotografien durch weiße, geisterhafte Silhouetten ersetzt, verdeutlicht sie, dass durch einseitig trainierte Bilderkennungssysteme Bilder nicht westlicher Kulturen nicht korrekt interpretiert werden können und diese in Vergessenheit geraten. **Nora Al-Badri** trainierte für „Babylonian Vision – الرؤية البابلي“ aus dem Jahr 2020 generative KI-Modelle mit Bildern von Artefakten aus mesopotamischen, assyrischen und neosumerischen Sammlungen westlicher Museen, um neue Bilder entstehen zu lassen, die diese Objekte aus ihrer kolonialen Aneignung herauslösen sollen.

![A blurred, historic portrait of a person in traditional clothing against an oriental backdrop.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn-Presse_WTAI_Nouf-Aljowaysir_Man-in-Arab-Costume_2020_©-Nouf-Aljowaysir.jpg)

Nouf Aljowaysir, Salaf #74: Man in Arab Costume, 2020

© Nouf Aljowaysir

## AI Slop und die Ästhetik der algorithmischen Überproduktion

AI Slop bezeichnet die Mengen an synthetischen, schablonenartigen KI-Inhalten, die immer stärker in Netzwerken kursieren und eine neue Form der viralen synthetischen Kommunikation darstellen. **Daniel Felstead und Jenn Leung** erkunden in ihrem Video „Welcome to Jankspace, Babes“ (2025) und mit einem Avatar von Julia Fox die aktuelle, von AI Slop übersättigte Internetkultur. Als Werkzeug für politische Zwecke eingesetzt, werden diese stereotypen und repetitiven Inhalte zur Slopaganda, die schockieren, provozieren und trollen soll.

Eigens für die Ausstellung untersuchen **Occitane Lacurie und Barnabé Sauvage** in ihrer neu produzierten Multimediainstallation „Holy Slop! A Generative Atlas of Slopaganda in Palestine“ (2026) am Beispiel des KI-generierten Videos „Trump Gaza“ diese Form der viralen Propaganda und wie koloniale und orientalistische Bildsprachen durch generative KI-Modelle kodiert und weiterverbreitet werden.

Der anschließende Raum widmet sich den tiefgreifenden Veränderungen der visuellen Kultur im Bereich der Fotografie, in dem generative, mit Milliarden von Bildern und Begleittexten trainierte KI-Modelle mittlerweile täuschend echte Ergebnisse erzielen. Erzeugt durch statistische Rechenoperationen, unabhängig von optischer Erfassung und Lichtaufzeichnung, untergraben sie die Beweiskraft der Fotografie und verleihen spekulativen Imaginationen einen dokumentarischen Charakter. So versammelt **Joan Fontcuberta** in der Serie „eHerbarium“ (2024–2025) etwa fotorealistische Bilder nichtexistierender Pflanzen, die mit dem KI-Modell Stable Diffusion generiert wurden. **Érik Bullot** nutzte für die Bildserie „Cinéma vivant“ (2024) das generative KI-Modell Lexica, um dem „visionären Programm“ zur Zukunft des Kinos, das in den 1920er-Jahren vom symbolistischen Dichter Saint-Pol-Roux ausgearbeitet wurde, fotografische Sichtbarkeit zu verleihen.

![Black-and-white depiction of a stylized plant with butterfly wings and flowers in a minimalist composition.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Joan-Fontcuberta_Typha-Volans_2023-24-©-Joan-Fontcuberta.jpg)

Joan Fontcuberta, Typha Volans, from the series eHerbarium, 2023-2024

© Joan Fontcuberta / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

![A man in a room looks at illuminated backgrounds with blurred light spots and a messy floor.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Erik-Bullot_Cinema_vivant_11_2024_©-Erik-Bullot.jpg)

Erik Bullot, Cinéma vivant, 2024

© Erik Bullot

![Close-up of a stylized face with smooth, shiny skin and bold red lipstick against a black background.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Daniel_Felstead_Jenn_Leung_Welcome-To-Jankspace-Babes_2025-©-Daniel-Felstead-Jenn-Leung.jpg)

Daniel Felstead &amp; Jenn Leung, Welcome to Jankspace, Babe, 2025

© Courtesy of the artists

## Erinnerungen als Datensatz

Eine weitere Neuproduktion der Schau steht in Bezug zum Ausstellungsort in der ehemaligen Dondorf Druckerei und im Kontext von KI und Geschichte, von materiellen Spuren und latenten Archiven. **Ania Szczepańskas** Film „Reinscribing the Dondorf“ (2026) untersucht die Geschichte der jüdischen Familie Dondorf, der Gründungsfamilie der Druckerei Dondorf, sowie die Erinnerung daran und reflektiert zugleich darüber, was der Einsatz von KI im Kontext historischer und archivarischer Forschung bedeutet.

In der folgenden Sektion behandelt **Jacques Perconte** mit der Videoinstallation „Better Mont Blanc“ (2024) die visuellen Effekte und theoretischen Fragen, die durch das Komprimieren oder Hochskalieren von digitalen Bildern mittels generativer KI-Modelle aufgeworfen werden. Während beim Verkleinern der Bildauflösung Informationen gelöscht werden, stellen Upscaling-Algorithmen beim Vergrößern fehlende Pixel nicht etwa wieder her, sondern ergänzen neue statistisch plausible Informationen anhand von Mustern und Datentrainings. „Better Mont Blanc“ nutzt Originalaufnahmen von Orten, wie etwa dem Mont Blanc oder dem Hafen von Rotterdam, die im Zeichen des Klimawandels oder des wachsenden Warenhandels starken Veränderungen unterworfen sind, und macht die Unterschiede zwischen dem Reichtum sensorischer Erfahrungen und der statistischen Annäherung KI-generierter Bilder sichtbar.

**Grégory Chatonsky** widmet sich einen Raum weiter kontrafaktischen Vergangenheiten – einer neuen Art von Erinnerung durch generative KI-Modelle, die aus den enormen Mengen digital gespeicherter menschlicher Erinnerungen mögliche alternative Inhalte zusammensetzen und damit mehrere Versionen einer Erzählung kreieren. Der Künstler versteht seine multimediale Installation „The Fourth Memory“ (2025) als ein Grab auf einer unbewohnten Erde, aus dem belebt von einer Maschine verschiedenen Versionen seines Selbst wiederaufersteht.

![A young man sits underwater, surrounded by greenish light and silhouetted diving equipment.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn-Presse_WTAI_Gregory-Chatonsky_La-Quatrieme-Memoire_2025_©-Gregory-Chatonsky.jpg)

Gregory Chatonsky, La Quatrième Mémoire, 2025

© Gregory Chatonsky

## Zwischen Zukunftshoffnungen und Dystopien

Im letzten Raum versammelt die Ausstellung Videoarbeiten, die sich den Visionen und Ruinen, den Wünschen und Ängsten widmen, die eine KI-Kultur der Gegenwart erzeugt. So untersucht z.B. **Inès Sieulles** „The Oasis I Deserve“ (2024) die Beziehungen zwischen menschlichen Nutzer\*innen und dem 2017 veröffentlichten dialogorientierten umstrittenen Chatbot Replika, die zwischen Vertrauten, Orakel und Objekten der Begierde oszillieren. **Gwenola Wagons** Video „Chronicles of the Dark Sun“ (2023), das aus Bildern besteht, die vom Gen-2-Modell generiert oder transformiert wurden, basiert auf einem Text von Pierre Cassou-Noguès und ist inspiriert von Chris Markers „La Jetée“ (1962). Es erzählt von einer postapokalyptischen Zukunft, in der Menschen mittels KI versuchen, eine verlorene Welt zu rekonstruieren.

![A person sits relaxed on a bed, surrounded by blue pillows and blankets.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Ines-Sieulle_The-Oasis_Deserve_2024_©-Ines-Sieulle.jpg)

Inès Sieulle, The Oasis I Deserve, 2024

© Inès Sieulle

## Eine Ausstellung des Jeu de Paume, Paris, in Zusammenarbeit mit der SCHIRN.

### Highlights from the accompanying program

- [![Ein Engel mit gelben Haaren und geflochtenen Zöpfen sitzt nachdenklich mit einem Handy in der Hand, umgeben von Wolken.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/holly-herndon-mat-dryhurst-download-1.jpg)

Wed 10. Jun, 19:00

### Eröffnung The World Through AI

Mit Live-Musik von Halva

Opening

The World Through AI](https://www.schirn.de/en/event/opening-the-world-through-ai/)
- [![Nahaufnahme eines stilisierten Gesichts mit glattem Teint und kräftigem roten Lippenstift vor schwarzem Hintergrund.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Daniel_Felstead_Jenn_Leung_Welcome-To-Jankspace-Babes_2025-©-Daniel-Felstead-Jenn-Leung.jpg)

Thu 11. Jun, 17:00

### AI Politics: Slop and Slopaganda

Mit Ada Ackerman, Occitane Lacurie &amp; Barnabé Sauvage, Wolfgang Ullrich und Hito Steyerl

Symposium

The World Through AI](https://www.schirn.de/en/event/ai-politics-slop-and-slopaganda-symposium-en/)
- [![Abstrakte Szene mit einem brennenden Rahmen in einer verbrannten Landschaft, umgeben von rauchenden Baumstümpfen.](https://schirn.b-cdn.net/wp-content/uploads/2026/04/Schirn_Presse_WTAI_Gregory-Chatonsky_La-Quatrieme-Memoire_2025_©-Gregory-Chatonsky.jpg)

Tue 30. Jun, 19:00

### AI and the Mediation of the Past: History, Memory, and the Archive

Mit Grégory Chatonsky und Ania Szczepanska

Artist Talk

The World Through AI](https://www.schirn.de/en/event/ai-and-the-mediation-of-the-past-artist-talk-en/)