19. Februar 2015

Katharina Dohm steckt in den letzten Zügen des Aufbaus der aufwändigen Ausstellung "Künstler und Propheten". Sie gibt einen schnellen Einblick in diese turbulente Phase

Von Katharina Dohm

Nur noch 2 Wochen und endlich eröffnet unsere Ausstellung „#Künstler und Propheten"! Der Vorlauf der Ausstellung begann für uns vor über einem Jahr und für die Kuratorin, Pamela Kort, selbstverständlich noch früher. Die ersten Reisen führten sie nach Tschechien, was uns schon so europäisch vorkam, dass Pamela Kort erst im Taxi bemerkte -- das man mit Euro nicht sehr weit kommt. Und der Wechselkurs im Taxi recht nachteilig war. Dass unsere Ausstellung nun im Sommer weiter nach #Prag in die #Nationalgalerie, einem unserer Hauptleihgeber, reisen würde, hätten wir damals nicht zu träumen gewagt.

Nun stecken wir mitten im Aufbau der Ausstellung: alles was auf dem Papier in den letzten Monaten entstanden ist, nimmt nun endlich auch in der Realität Form an. Sogar der Katalog ging noch vor Aschermittwoch in den Druck! Es ist sicherlich die spannendste Phase in einem Ausstellungsprojekt und besonders bei einem solchen Umfang: mit über 400 Objekten, darunter Skulpturen, Gemälde und viel Dokumentarmaterial wird die gesamte Galerie Ost der SCHIRN bespielt.

Jetzt gleicht der Raum noch einer Baustelle, die sich rasant von Tag zu Tag verändert, aber in nur wenigen Tagen wird die Ausstellungsarchitektur fertig sein und die Kunst eingerichtet. In diesen Phasen ist es nur selbstverständlich, dass der Tag nicht pünktlich endet und die Woche kein Ende hat ... und die Büros nicht aufgeräumt sind.

In unserer Ausstellung werden wir zum ersten Mal zeigen, wie die selbsternannten Propheten der Jahrhundertwende bedeutende Künstler von Egon Schiele bis Joseph Beuys inspiriert haben. Diese Propheten, wie beispielsweise Karl Wilhelm Diefenbach, waren zeitlebens sehr populär. Eine seiner berühmtesten Arbeiten, entstanden in Kooperation mit seinem Schüler und Jünger Fidus, ist der vielteilige und riesige Wandfries „Per aspera ad astra" von 1892. Dieser befindet sich in Hessen, im Stadtmuseum Hadamar, und wir zeigen einen Ausschnitt aus dem Werk. Der Fries wurde damals bereits vielfach in Katalogen reproduziert und war damit, zumindest vor hundert Jahren, auch der breiten Masse bekannt -- wie ich kürzlich bei Freunden erstaunt sah, wurden mit Motiven des Fries sogar Lampen produziert. Diese Lampe befindet sich seit ca. 1910 in Familienbesitz und hängt seither über den Kinderbetten der Kinder, der Enkel und nunmehr der Urenkel.

Am 5.März eröffnet also endlich die Ausstellung. Es wird eine spannende Ausstellung, die nicht nur Kunst aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet und vermittelt, sondern auch Einblicke in das Leben und die Geschichte dieser sogenannten Propheten erlaubt.Mehr Informationen und Online-Tickets zur Ausstellung KÜNSTLER UND PROPHETEN auf der Website der SCHIRN