PETER SAUL

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert vom 2. Juni bis 3. September 2017 eine umfassende Überblicksausstellung zum Werk des US-amerikanischen Malers Peter Saul (*1934 in San Francisco). Lange bevor „Bad Painting“ ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte Saul ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner ganz eigenen Sprache hat er ab den späten 1950er-Jahren ein Crossover aus Pop Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, Chicago Imaginism, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er es versteht hochkomplexe Themen der politischen und sozialen Wirklichkeit anzusprechen. Mit der Pop Art teilt Peter Saul das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben. Nicht zuletzt ist sein Werk aber auch mit den ästhetischen Strategien der Gegenkultur in Kalifornien verbunden. Eine fast zornige Malerei zeigt sich, wenn Saul die Schattenseiten des American Dream darstellt. Hier offenbart sich die Gleichzeitigkeit von überbordendem Humor und spielerischer, aber doch harscher Systemkritik. Witz, Slapstick, Sprachspiel, Comic, Persiflage, oft auch derber Humor sind die Mittel seiner karikaturhaften Angriffe auf die US-amerikanische Hochkultur.

Peter Saul, Killer, 1964
Kampfeslustig hat sich Peter Saul immer wieder mit der US-amerikanischen Wirklichkeit auseinandergesetzt – und ist bis heute nicht müde geworden. Seinen Malstil können wir durchaus als ‚Propaganda für das Gute‘ bezeichnen. Seine Bilderzählungen fordern uns heraus: grelle, bunte Farben, wüste Formen gepaart mit stilistischer Originalität und immer mit einem Hang zur Übertreibung. Peter Saul verlangt unsere ganze Aufmerksamkeit.
Philipp Demandt, Direktor Schirn Kunsthalle Frankfurt

POP, FUNK UND ANTI-HELDEN: DIE SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT PRÄSENTIERT IN EINER ÜBERBLICKSAUSSTELLUNG DIE EIGENWILLIGE MALEREI VON PETER SAUL

Abseits von großen künstlerischen Schulen hat Saul ein äußerst eigenwilliges Œuvre entwickelt. Nie wirklich zu einer Gruppe oder Bewegung gehörend, malt er seit mehr als 50 Jahren auf seine Weise gegen die wechselnden künstlerischen Moden an. Sauls Bilder erzählen Geschichten, neigen zur Übertreibung und wehren sich gegen eindeutige Lesarten. Die Schirn versammelt rund 60 Arbeiten dieses bislang viel zu wenig beachteten „artists’ artist“, darunter wegweisende Werkgruppen, wie seine Ice Box Paintings, seine Comic-Narrationen und seine Vietnam-Bilder aus den 1950er- und 1960er-Jahren, noch nie ausgestellte Zeichnungen sowie ausgewählte späte Arbeiten der 1980er- bis 2000er-Jahre.

Peter Saul, San Quentin # 1 (Angela Davis at San Quentin), 1971

Peter Saul

24.04.2017 | Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert vom 2. Juni bis 3. September 2017 eine umfassende Überblicksausstellung zum Werk des US-amerikanischen Malers Peter Saul (*1934 in San Francisco). Lange bevor „Bad Painting“ ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte Saul ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner ganz eigenen Sprache hat er ab den späten 1950er-Jahren ein Crossover aus Pop Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, Chicago Imaginism, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er es versteht hochkomplexe Themen der politischen und sozialen Wirklichkeit anzusprechen. Mit der Pop Art teilt Peter Saul das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben. Nicht zuletzt ist sein Werk aber auch mit den ästhetischen Strategien der Gegenkultur in Kalifornien verbunden. Eine fast zornige Malerei zeigt sich, wenn Saul die Schattenseiten des American Dream darstellt. Hier offenbart sich die Gleichzeitigkeit von überbordendem Humor und spielerischer, aber doch harscher Systemkritik. Witz, Slapstick, Sprachspiel, Comic, Persiflage, oft auch derber Humor sind die Mittel seiner karikaturhaften Angriffe auf die US-amerikanische Hochkultur. Abseits von großen künstlerischen Schulen hat Saul ein äußerst eigenwilliges Œuvre entwickelt. Nie wirklich zu einer Gruppe oder Bewegung gehörend, malt er seit mehr als 50 Jahren auf seine Weise gegen die wechselnden künstlerischen Moden an. Sauls Bilder erzählen Geschichten, neigen zur Übertreibung und wehren sich gegen eindeutige Lesarten. Die Schirn versammelt rund 60 Arbeiten dieses bislang viel zu wenig beachteten „artists’ artist“, darunter wegweisende Werkgruppen, wie seine Ice Box Paintings, seine Comic-Narrationen und seine Vietnam-Bilder aus den 1950er- und 1960er-Jahren, noch nie ausgestellte Zeichnungen sowie ausgewählte späte Arbeiten der 1980er- bis 2000er-Jahre.

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PETER SAUL, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

PETER SAUL, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

PETER SAUL, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

PETER SAUL, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

PETER SAUL, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

PETER SAUL, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

PETER SAUL, Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

Peter Saul, Ohne Titel, 1958, Kreide und Collage auf Papier, 17,7 x 19 cm, Peter Saul, © Peter Saul, Courtesy Mary Boone Gallery, New York, Foto: Kevin Noble

Peter Saul, Superman and Superdog in Jail, 1963, Öl auf Leinwand, 190,5 x 160 cm, Collection of KAWS, © Peter Saul, Foto: Farzad Owrang

Peter Saul, Rich Dog, 1963, Öl auf Leinwand, 149 x 150 cm, Hall Collection, © Peter Saul, Courtesy Hall Art Foundation, Foto: Jeffrey Nintzel

Peter Saul, Ice Box 8, 1963, Öl auf Leinwand, 190 x 160 cm, Hall Collection, © Peter Saul, Courtesy Hall Art Foundation, Foto: Jeffrey Nintzel

Peter Saul, Crime Doesn't Pay, 1963, Öl auf Leinwand, 150 x 130 cm, © Peter Saul, Collection of KAWS, Foto: Farzad Owrang

Peter Saul, Sickroom, 1964, Öl auf Leinwand, 128,3 x 149,8 cm, Sammlung des Künstlers Peter Saul, © Peter Saul, Courtesy Mary Boone Gallery, New York, © Peter Saul

Peter Saul, Killer, 1964, Öl auf Leinwand, 201,3 x 170,2 cm, Harkey Family Collection, Dallas, © Peter Saul, Foto: Harrison Evans

Peter Saul, Saigon, 1967, Acryl, Öl, Emaillefarbe und Tinte auf Leinwand, 236,9 x 361,3 cm, Whitney Museum of American Art, © Peter Saul, Foto: Sheldon C. Collins

Peter Saul, San Quentin # 1 (Angela Davis at San Quentin), 1971, Öl auf Leinwand, 180,3 x 238,8 cm, © Peter Saul, Collection of KAWS

Peter Saul, Oedipus Jr., 1983, Acryl und Öl auf Leinwand, 228,5 x 183 cm, Hall Collection, © Peter Saul, Courtesy Hall Art Foundation, Foto: Jeffrey Nintzel

Peter Saul, Ronald Reagan in Grenada, 1984, 210 x 180 cm, Acryl auf Leinwand, Hall Collection, © Peter Saul, Courtesy Hall Art Foundation, Foto: Jeffrey Nintzel

Peter Saul, Bush at Abu Ghraib, 2006, Acryl auf Leinwand, 198 x 228,5 cm, Hall Collection, © Peter Saul, Courtesy Hall Art Foundation, Foto: Jeffrey Nintzel

Peter Saul in seinem Studio in Mill Valley, Kalifornien, 1974, S/W Fotografie, 25,2 x 20,4 cm, Sammlung des Künstlers, © Peter Saul

Peter Saul, Porträt, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Norbert Miguletz

Dr. Martina Weinhart, Kuratorin der Ausstellung "Peter Saul", © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2015, Foto: Gaby Gerster