GLANZ UND ELEND IN DER WEIMARER REPUBLIK

Katalog

Die Weimarer Republik (1918–1933) als erste deutsche Demokratie war eine Zeit der Krisen und der Übergänge – vom Deutschen Kaiserreich bis zum totalitären Regime im Nationalsozialismus. Zahlreiche Künstler haben die gesellschaftlichen Zustände dieser Jahre in ihren realistischen, ironischen, grotesken und kritisch-analytischen Darstellungen nicht nur widergespiegelt, sondern auch kommentiert, um sie zu verändern. Mit Werken von Otto Dix und George Grosz, Conrad Felixmüller und Christian Schad bis hin zu Dodo, Jeanne Mammen, Elfriede Lohse-Wächtler und vielen anderen berühmten wie neu zu entdeckenden Künstlern und Künstlerinnen entsteht ein vielschichtiges künstlerisches und politisches Bild der Weimarer Republik

TIPP. Neben einem umfassenden Einblick in die Geschichte der Weimarer Republik, gibt der Katalog spannende und fundierte Einblicke in eine Zeit der politischen, sozialen und kulturellen Umbrüche von der Vergnügungsindustrie, über die Rolle der „Neuen Frau“ bis hin zur Wiederbelebung und Neudefinition der Sportkultur

DIORAMA

Erfindung einer Illusion

Ein Schaukasten aus Glas. Dahinter eine Bühne mit volks- oder naturkundlichen Szenerien, bestückt mit verschiedensten Materialien, Tierpräparaten oder gar menschlichen Figuren. So die klassische Assoziation des Dioramas. Und was hat das mit Kunst zu tun? Die Ausstellung in der Schirn Kunsthalle geht dieser Frage erstmals kritisch nach. Sie beginnt noch vor der Entwicklung von Louis Daguerres Schaubühne in der Pariser Oper mit den frühen religiösen Andachtsszenerien aus dem 18. Jahrhundert, sie reflektiert den wissenschaftlichen Einsatz von Dioramen in Naturkundemuseen und reicht bis ins 21. Jahrhundert, zur Dekonstruktion des Dioramas in zeitgenössischen Fotografien, Filmen und Installationen. Die zahlreichen Texte im begleitenden Katalog reichen von minutiösen technischen Anleitungen, über Künstlertexte bis hin zu theoretischen Analysen aus der Kunst- und Kulturgeschichte. Sie spiegeln die Interdisziplinarität dieses besonderen Mediums wider und geben vielschichtige Einblicke in die Kulturgeschichte des Ausstellens, in die Entwicklung des Dioramas als Vorläufer der virtuellen Welt

TIPP. Neben der großen Bandbreite an abgebildeten Dioramen, ist die Diversität der Katalogtexte kaum zu übertreffen: Sie reicht von detaillierten Analysen Carl Akeleys, Urheber der Dioramen im American Museum of Natural History, über einen Brief Anselm Kiefers an den Kurator bis hin zu Donna Haraways berühmten Text zum „Teddybärpatriarchat“

LENA HENKE

Sand in den Augen

Lena Henkes Inspirationsquellen reichen von der Architektur fantastischer Landschaftsgärten aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu den leuchtenden Farben von Luis Barragáns Bauten in Mexiko-Stadt, Mitte des 20. Jahrhunderts. In der raumgreifenden Installation „Schrei mich nicht an, Krieger!“ verarbeitet die Künstlerin ihre ganz eigene Erfahrung von Architektur, öffentlichem Raum und Stadtplanungskonzepten und entwickelt daraus eine individuelle Formensprache. Die Säulen der Schirn Rotunde, in knalliges Gelb, Pink und Blau gehüllt, spiegeln sich in der kühlen, metallischen Aluminiumoberfläche der zwei Skulpturen an den Eingängen der Rotunde. Erst von oben erkennt man deren Form: Überdimensioniert große Augen in geschwungener Form. Durch ein Rollgitter rieselt aus der ersten Etage der Schirn feiner Sand in die Augen, sobald ein Windstoß oder eine Fußbewegung die Körnchen nach draußen wehen lässt

TIPP. Durch den Perspektivwechsel - von unten, von oben, von der Seite - eröffnet sich in Lena Henkes Arbeit ein immer wieder neues, überraschendes Zusammenspiel verschiedener Formen, Farben, Materialien, Lichtsituationen und Spiegelungen.

RICHARD GERSTL RETROSPEKTIVE

Katalog

Er ist der „erste öster­rei­chi­sche Expres­sio­nist“ und für viele immer noch ein Geheim­tipp: Richard Gerstl (1883–1908). Der Maler wird in einem Atem­zug mit den drei Meis­tern der Wiener Moderne genannt – Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Bis zu seinem Selbst­mord im Alter von nur 25 Jahren schuf er ein aufre­gen­des, unge­wöhn­li­ches, wenn auch über­schau­ba­res Oeuvre mit beein­dru­cken­den Höhe­punk­ten und wegwei­sen­den Neue­run­gen. Erst­mals in Deutsch­land zeigt die SCHIRN eine umfas­sende Retro­spek­tive und versam­melt nahezu alle Werke, die heute von ihm bekannt sind.

BLIND VOLUMES. ROSA BARBA

Katalog

Mit Blind Volumes präsentiert die Schirn eine neue Arbeit der international bekannten Künstlerin Rosa Barba (*1972 in Agrigent, Italien, lebt in Berlin). In der eigens für die Rotunde der SCHIRN konzipierten Installation transferiert Rosa Barba das filmische Prinzip der Montage in eine räumlich-architektonische Dimension. Aus rund 80 identischen Stahlrahmen errichtet sie eine geometrisch verschachtelte Konstruktion, die ebenso an ein Depot oder Archiv wie an die konstruktivistischen Visionen des frühen 20. Jahrhunderts erinnert. Die 12 Meter in die Höhe ragende Struktur wird zur Bühne für eine dynamische Choreografie aus Bild, Licht und Klang. Auf verschiedenen Ebenen hat die Künstlerin eigene filmisch-skulpturale Arbeiten installiert, die sich zu einem performativen Zusammenspiel verbinden.

PETER HALLEY. THE SCHIRN RING

Katalog

Ausgehend von den räumlichen Gegebenheiten der Rotunde hat Halley eine mehrteilige Installation entwickelt, die im Außenraum beginnt und sich im Inneren über beide Etagen der Rotunde sowie einen angrenzenden Ausstellungsraum erstreckt. Auf einer Fläche von rund 450 m² entwirft Halley eine räumlich komplexe, codierte Installation mit sowohl aktuellen als auch älteren Elementen seines Werkes. Peter Halleys Installationen gründen stets in seinem Verständnis des kulturellen und architektonischen Kontexts, in dem sie entstehen. So ging auch der Entwicklung von The Schirn Ring eine intensive konzeptionelle und architektonische Auseinandersetzung mit der Rotunde der Schirn voraus.

30 JAHRE SCHIRN

DAS MAGAZIN ZUM JUBILÄUM

Aller guten Dinge sind dreißig! In dreißig unterhaltsamen Kapiteln versammelt das Magazin alles, was die SCHIRN zu einer der angesehensten und beliebtesten Kunstinstitutionen Europas macht. Opulent bis amüsant präsentiert das Magazin ausgewählte Ausstellungen, Meinungen und virulente Themen, die Freunde und Community, Zahlen und Fakten, die Höhepunkte und Aufreger aus dreißig Jahren SCHIRN. Ein Magazin von und für all jene, die die SCHIRN lieben und zu dem machen, was sie ist.

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Das Selbst als Politikum

Das traditionelle Selbstbildnis ist inzwischen Geschichte, seine früher üblichen Merkmale und Attribute fehlen in neueren Arbeiten. Vor allem das Gesicht erscheint heute verdächtig. Der Ausstellungskatalog "Ich" führt die ikonoklastischen Verfahren, die das Genre des Selbstporträts heute durchläuft, umfassend zusammen und präsentiert Wege der künstlerischen Subversion: Witz, Ironie, Dezentralisierung, Fragmentierung, Blindheit und Versperrung. Die Subjektivität des Künstlers ist dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, ein Leitmotiv der zeitgenössischen Kunst geblieben, sie ist jedoch nicht mehr ausschließlich mit dem Abbild des Künstlers verbunden. Das Subjekt changiert, deshalb ist es schwer in einem Bild zu fassen.

JOAN MIRÓ. WANDBILDER, WELTENBILDER

Ein halbes Jahrhundert Malerei

Joan Miró hatte eine Vorliebe für große Formate und eine Faszination für die Wand. Sie stellt den Ausgangspunkt seiner Malerei dar – als Objekt, das abgebildet wird und das zugleich die physische und haptische Qualität seiner Werke bestimmt. Miró löste sich von einer einfachen Wiedergabe der Wirklichkeit und setzte die Bildfläche mit der Wand gleich. Sein besonderes Verhältnis zur Wand erklärt die Sorgfalt, mit der er seine Materialien und Bildgründe auswählte und vorbereitete. Mit weißgrundierten Leinwänden, roher Jute, Faserplatten, Sandpapier oder Teerpappe ließ der Künstler einmalige Bildwelten von herausragender Materialität entstehen.
Tipp:
In seinem Essay widmet sich Joan Punyet Miró, der Enkel des Künstlers, der künstlerischen Bedeutung der Wand im Gesamtwerk seines Großvaters und verdeutlicht deren besonderen Einfluss auf dessen Malerei.

DANIEL RICHTER. HELLO, I LOVE YOU

Daniel Richter neueste Arbeiten

Die neue Serie des deutschen Malers Daniel Richter stellt eine Zäsur im Werk des Künstlers dar. Die Gemälde der neuen Serie bestechen durch ihre Materialität. Richter verzichtet fast gänzlich auf das Malen mit dem bewährten Pinsel. Dies führt zu einem grundsätzlich gewandelten Erscheinungsbild. Richter vermeidet eine klare Sinnbildlichkeit und lässt keinen Raum für anekdotische Deutungen. Dennoch spiegeln seine Bilder seine starke Haltung gegenüber der Kunst und der Welt wider. Es handelt sich um eine bemerkenswerte Weiterentwicklung im Œuvre des Künstlers. In einem Interview gibt Daniel Richter dazu Auskunft; ein Essay führt in die neue Werkserie ein. 

POESIE DER GROSSSTADT. DIE AFFICHISTEN

Urbane Beutestücke

Ob frühe Pop-Künstler, Wegbereiter der Street-Art oder Vermittler einer „natürlichen Poesie“ der Wirklichkeit: In den 1950er Jahren traten die „Affichisten“ mit einem völlig neuen Begriff des Tafelbildes hervor. Auf Streifzügen durch das Paris der Nachkriegszeit sammelten sie Teile der in den Straßen der Stadt allgegenwärtigen, oft verwitterten und zerfetzten, sich in Schichten überlagernden Plakatwände und erhoben die urbane Alltagswelt selbst zum Gemälde. Ihr ebenso subversiver wie poetischer Zugriff auf die Wirklichkeit machte sie zu Pionieren eines „Neuen Realismus“.
Vorgestellte Künstler: François Dufrêne, Raymond Hains, Jacques Villeglé sowie Mimmo Rotella und Wolf Vostell.

ALICJA KWADE.

DIE BEWEGTE LEERE DES MOMENTS

Alicja Kwade erschließt mit der Installation „Die bewegte Leere des Moments“ einen eigenen Raum für den Betrachter, der diesem Möglichkeiten für neue Perspektiven und Überlegungen eröffnet und seine Konzentration wie alle seine Sinne schärft. Was bedeutet Zeit, Bewegung und Raum für das einzelne Individuum? Inwieweit bieten naturwissenschaftliche Erkenntnisse Halt in dieser spezifischen Konstellation? 

PAPARAZZI! PHOTOGRAPHERS, STARS, ARTISTS

Phänomen Paparazzi-Fotografie

Die Publikation untersucht die Faszination für Starfotografie und spiegelt ihren Einfluss auf die Bildende Kunst und die Modefotografie wider. Vorgestellt werden „Ikonen“ der Paparazzi-Fotografie, darunter Jackie Kennedy-Onassis beim scheinbar ungezwungenen Spaziergang durch Manhattan, Lady Di auf der Flucht vor dem Blitzlichtgewitter oder die jüngeren „Lieblinge“ der Paparazzi wie Paris Hilton oder Britney Spears. Neben Arbeiten der berühmtesten Vertreter der Paparazzi-Fotografie wie Ron Galella, Pascal Rostain und Bruno Mouron oder Tazio Secchiaroli werden künstlerische Positionen u. a. von Cindy Sherman, Gerhard Richter, Andy Warhol, Barbara Kruger, Paul McCarthy und Richard Avedon vorgestellt, die in kritischer Auseinandersetzung die spezifischen Charakteristika der Paparazzi-Ästhetik ausgelotet und ergründet haben. Erzählt werden Geschichten aus über 50 Jahren Paparazzi-Fotografie. Der Paparazzo wird dabei selbst ins Visier genommen als bewunderte wie gefürchtete Berufsgruppe, die durch das zumeist heimliche Verfolgen und Belauern berühmter Persönlichkeiten ihre Existenz sichert und die Boulevardmedien zu einem der umsatzstärksten Bereiche im Pressesektor gemacht haben – immer auf der Suche und mit dem Ziel, Ungeahntes, vermeintlich Vertrauliches und Privates exklusiv zu veröffentlichen. Die Publikation analysiert die komplexen Beziehungen und Abhängigkeiten, die sich mitunter zwischen Star und Fotograf entwickeln.

UNENDLICHER SPASS

Leben als Optimierungs- und Erlebnisprojekt?

Immer schneller, höher, weiter – so lautet das Credo einer grenzenlosen Gesellschaft. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bewegt sich der Mensch zwischen Euphorie und Depression, ist konfrontiert mit verheißungsvollen Möglichkeiten einer globalen und virtuellen Welt und der Herausforderung, das eigene Leben ständig zu verbessern, zu optimieren und effizienter zu gestalten. Die vorgestellten Werke möchten nicht den Inhalt des titelgebenden Jahrhundertromans von David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“ („Infinite Jest“) visualisieren. Vielmehr geht es um die unterschiedlichen Anforderungen, die heute an das Ich gestellt werden und in denen sich die Widerstände und Widersprüche einer solchen, gerne als alternativlos bezeichneten Wirklichkeit bemerkbar machen. Der Katalog ist ein Kommentar zur Ausstellung. Die Essays sind Reproduktionen in zweierlei Hinsicht: Sie reproduzieren die Idee der Präsentation in Form eines Textes, und sie sind Wiederabdrucke. Die ebenso im Buch publizierten Künstler-Manifeste wiederum nehmen einerseits Bezug auf den enthaltenen Essay von Alex Danchev und sind andererseits der modernen Kunst seit dem frühen 20. Jahrhundert ein stetiger Begleiter. Sie demonstrieren auf eigenständige Weise den immer wiederkehrenden Wunsch nach einer Erneuerung.
Vorgestellte Künstler: Francis Alÿs, Maurizio Cattelan, Claire Fontaine, Peter Coffin, Lara Favaretto, Andrea Fraser, Karl Holmqvist, Judith Hopf, Ceal Floyer, Josh Kline, Alicja Kwade, Joep van Liefland, Helen Marten, Kris Martin, Navid Nuur, Daniel Richter, Michael Riedel, Anri Sala, Ryan Trecartin sowie die Sammlung Kopp

RONI HORN. PORTRAIT OF AN IMAGE

Irritierende Begegnungen

Der Montmartre galt aber für viele Jahre als Mikrokosmos für ein künstlerisches Selbstbild, das mit Henry Murgers Roman Scènes de la vie de Bohème (1847–1849) einen zunächst literarischen Ausdruck fand. Er zog aber bald viele Künstlerinnen und Künstler an, die sich – obwohl oft aus großbürgerlichem Elternhaus stammend – bewusst für ein Leben als ärmliche Bohemiens am Rande der Gesellschaft entschieden. Dieses neue Selbstverständnis als freiwillig-unfreiwillige Außenseiter spiegelten sie besonders realistisch und eindrücklich in ihren Kunstwerken wider. Die Publikation nähert sich aus kunstsoziologischer Perspektive der Bohème am Montmartre, berücksichtigt den gesellschaftlichen und historischen Kontext und macht deutlich, wie stark sich Mythos und Legende des Ortes von der eigentlichen Realität unterschieden. ‚Esprit Montmartre‘ zeigt das wahre Leben der Menschen abseits der bekannten Klischees. Berührend, sinnlich und aufrüttelnd sind die Werke der Künstler, die mit ihren Sujets und Bildideen, Materialien und Stilen die künstlerischen Entwicklungen der Moderne wesentlich vorauszeichneten.

PHILIP GUSTON. DAS GROSSE SPÄTWERK

Malerei mit Sinn für Humor und für Groteske

Das mutige und außergewöhnliche Werk des US-amerikanischen Malers Philip Guston (1913–1980) war eines der meistdiskutierten seiner Zeit. Guston brachte als Erster die Figur in die amerikanische Nachkriegsmalerei, leistete durch die Verbindung von „hoher Kunst“ und Bildern der Populärkultur Bahnbrechendes und wird heute als Vorreiter der postmodernen figürlichen Malerei gefeiert. Anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers stellt die Publikation das Spätwerk von Philip Guston und damit einen Meilenstein der amerikanischen Malerei vor.

BRASILIANA. INSTALLATIONEN VON 1960 BIS HEUTE

Brasilianische Installationskunst

Anhand von Installationen der späten 1960er-Jahre bis hin zu jüngsten künstlerischen Positionen demonstriert die Publikation das spezifisch brasiliansiche Moment einer „Kunst der Erfahrung“. Das Buch vereint heute als klassisch geltende Positionen von Hélio Oiticica und Neville D’Almeida, Lygia Clark, Tunga sowie Cildo Meireles mit Arbeiten der jüngeren Generation von Ernesto Neto, Maria Nepomuceno, Henrique Oliveira sowie Dias & Riedweg und schreibt somit die Geschichte der künstlerischen Installation Brasiliens bis in die Gegenwart fort.

STREET-ART BRAZIL

Umschlagsgestaltung mit Unikatcharakter

In Brasiliens Metropolen findet sich eine der weltweit lebendigsten und künstlerisch interessantesten Graffiti-Szene. Diese bunte, dynamische und einzigartige Bewegung unterscheidet sich sowohl inhaltlich als auch ästhetisch wesentlich von der amerikanischen und europäischen Street-Art-Szene. Nicht nur das spezifische politisch-soziale Klima in einem von tiefgreifenden Umbrüchen gekennzeichneten Land, sondern auch eine ungeheure Vielfalt von Techniken und Stilen lassen die brasilianische Street-Art aus der globalisierten Graffitikultur hervortreten. Elf Künstler und Künstlergruppen aus São Paulo und anderen Metropolen Brasiliens wurden eingeladen, ihre Arbeiten im Frankfurter Stadtraum zu realisieren und damit den alltäglichen Blick auf die Stadt zu verändern. Gezeigt werden figurative und abstrakte, heitere und gesellschaftskritische Bilder – von überdimensionalen Wandgemälden bis zu unscheinbaren ephemeren Zeichen.
Mit Arbeiten von: Herbert Baglione, Gais, Rimon Guimarães, Jana Joana & Vitché, Nunca, Onesto, Alexandre Orion, Speto, Fefe Talavera, Tinho, Zezão

LETZTE BILDER. VON MANET BIS KIPPENBERGER

Intensivierung, Radikalisierung, Neuausrichtung

Herausragende Werke und Werkgruppen aus der Zeit vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart demonstrieren die abschließende Zuspitzung oder überraschende Wende eines künstlerischen Lebenswerks. Vorgestellt werden Arbeiten von insgesamt 14 Künstlern, darunter etwa Claude Monet und Henri Matisse, die im hohen Alter ein inzwischen anerkanntes Spätwerk hervorbrachten, oder Martin Kippenberger und Bas Jan Ader, die jung verstorben ein unerwartetes oder nahezu unbekanntes „letztes Bild“ hinterließen.
Künstler: Bas Jan Ader, Stan Brakhage, Giorgio de Chirico, Walker Evans, Alexej von Jawlensky, Georgia O’Keeffe, Martin Kippenberger, Willem de Kooning, Édouard Manet, Henri Matisse, Claude Monet, Francis Picabia, Ad Reinhardt und Andy Warhol 

YOKO ONO

DAS Buch über Yoko Ono - eine der einflussreichsten Künstler-persönlichkeiten unserer Zeit

Die Publikation gibt einen Überblick über das Werk von Yoko Ono und beleuchtet in mehreren Essays die zentralen Themenbereiche ihres Gesamtkonzepts, insbesondere Film, Musik und Intermedia. Onos Werk ist geprägt von Dualismen, der Beschäftigung mit den Elementen und mit Grundsatzfragen des menschlichen Seins. Zahlreiche Arbeiten kreisen um Licht und Schatten, Wasser und Feuer sowie Luft und Himmel. Auch das Zerstören und das Heilen sowie die Balance spielen eine wichtige Rolle in ihrem Konzept. Vorgestellt wird der vielfältige Kosmos der außerordentlichen Künstlerin, die als Wegbereiterin der frühen Konzept-, Film- und Performancekunst, aber auch als zentrale Gestalt der Musik, der Friedensbewegung und des Feminismus gilt und bis heute eine bedeutende Position im aktuellen Kunstgeschehen einnimmt. Rund 200 Objekte, Filme, raumfüllende Installationen, Fotos, Zeichnungen und Textarbeiten sowie ein eigener Musikraum beleuchten die mediale Vielfalt in Onos Werk sowie die zentralen Themen ihres OEuvres. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf Yoko Onos Arbeiten aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

PLAYING THE CITY

Der Reader zum 3-teiligen Ausstellungsprojekt. 51

Das dreiteilige Schirn-Projekt „Playing the City“ zeigte in den Jahren 2009 bis 2011 die große Vielfalt dessen auf, was unter dem Begriff „Kunst im öffentlichen Raum“ zusammengefasst werden kann. Zum Abschluss des Projekts ist ein Reader erschienen. Ob als geheimes Guerillageschehen, spektakuläre Überraschung oder temporärer Ort der Begegnung – die über 50 Projekte machten sich die Frankfurter Innenstadt zu Eigen und involvierten das Publikum in unterschiedlicher Weise. Die Bandbreite der teils eigens für das Projekt konzipierten Arbeiten der insgesamt 58 beteiligten internationalen Künstler und Künstlergruppen umfasste Performances, Happenings, Skulpturen, Installationen, Workshops, Märkte, Plakataktionen, Kundgebungen und Demonstrationen.
Für den Reader „Playing the City. Interviews“ hat Matthias Ulrich, Kurator des Schirn-Ausstellungsprojekts, den beteiligten Künstler zehn zentrale Fragen zum partizipatorisch-kollaborativen Kunstkontext gestellt. Ihre Antworten und Kommentare ergeben ein eindrucksvolles Bild der vielfältigen Formen interaktiver, kooperativer und interdisziplinärer Verfahren in der zeitgenössischen Kunst.

PLAYING THE CITY 3

DVD zu Playing the City 3

Nach dem Erfolg des Projektes (PLAYING THE CITY 1 und 2, 2009 und 2010) kommt nun der 3. und letzte Teil dieses Ausstellungsformats, das erneut zahlreichen Künstlern die Möglichkeit geboten hat, den öffentlichen Raum der Stadt Frankfurt mit Aktionen, Performances und Installationen zu beleben, an denen die Passanten aktiv und kreativ teilnehmen konnten.
Mit: Upper Bleistein, Tania Bruguera, Il-Jin Atem Coi feat. Becker Schmitz und Holger Kurt Jäger, Minerva Cuevas, Jacob Dahlgren, Tim Etchells, Sans Facon, Christian Jankowski, Silke Eva Kästner, san Keller, Levent Kunt, Aleksandra Mir, Eileen Perrier, Kommando Agnes Richter

PLAYING THE CITY - PAKET

Playing the City-Paket (Reader + DVD 1, 2, 3)

Alle Produkte zur Playing the City-Ausstellungsreihe im Paket zum Sonderpreis:

Interview-Reader, 393 Seiten, 2012, 22,00 €

Playing the City 3, DVD, 160 Min, 2012, 14,90 €

Playing the City 2, DVD, 160 Min, 2010, 14,90 €

Playing the City 1, DVD, 130 Min, 2009, 14,90 €

regulärer Preis: 66,70 €