WILDNIS

1. NOVEMBER 2018 – 27. JANUAR 2019

In Zeiten, in denen die weißen Flecken auf den Landkarten dieser Welt weitgehend verschwunden sind und ein „unberührter Naturzustand“ fast nur noch in Form von ausgewiesenen Reservaten existiert, kehrt die „Wildnis“ zurück in die Kunst. Die Suche nach letzten freien Plätzen, die Expedition als künstlerisches Medium, posthumane Visionen einer Welt ohne Menschen prägen die Werke vieler zeitgenössischer Künstler ebenso wie die Neuverhandlung des Verhältnisses von Mensch und Tier. Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT widmet dieser wiederkehrenden Faszination eine umfassende Themenausstellung, in der Kunstwerke von 1900 bis zur Gegenwart präsentiert werden. Mit bedeutenden Arbeiten von rund 30 Künstlern beleuchtet die Ausstellung das Phänomen Wildnis nicht in erster Linie ikonografisch, sondern auch als Prinzip und Motor künstlerischen Schaffens. Das Wilde, Ungezähmte, nicht Kultivierte hat seit Beginn der ästhetischen Moderne Künstler immer wieder in seinen Bann gezogen. „Wildnis“ diente dabei immer auch als Projektionsfläche für das Andere und das Fremde, für die Sehnsucht nach einem ursprünglichen Leben jenseits der Grenzen der Zivilisation. Im heutigen „Zeitalter des Menschen“ scheint die Utopie eines von Kultur und menschlichem Einfluss fernen Naturzustands überholt. Die Auseinandersetzung mit tradierten Bildern und Fiktionen von Wildnis aber erweist sich als lebendiger denn je.

Georgia O'Keeffe, From the Plains ll, 1954, Öl auf Leinwand, 122 x 183 cm, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid