© Schirn Kunsthalle Frankfurt 2011 Foto: Norbert Miguletz
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EUGEN SCHÖNEBECK. 1957–1967

Die SCHIRN widmet dem deutschen Maler Eugen Schönebeck eine große Gesamtwerkschau, die nahezu alle erhaltenen Gemälde und die bedeutendsten Zeichnungen versammelt. Ausgehend von der tachistischen Zeichnung wandte sich Schönebeck der figurativen Zeichnung und Malerei zu und thematisierte als einer der ersten deutschen Künstler die traumatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges. Es entstanden einzigartige Werke zwischen Abstraktion und Figuration. Gemeinsam mit Georg Baselitz veröffentlichte er 1961 und 1962 die „Pandämonischen Manifeste", die eine bürgerliche und übersättigte Kunstwelt anprangerten.

Schönebecks wachsendes Bewusstsein für die sowjetische Geisteswelt der ehemaligen DDR inspirierte ihn Mitte der 1960er-Jahre zu zeitlosen Porträtdarstellungen verschiedener „Helden des Ostens", die jedoch frei von propagandistischen Zwecken sind. Mit ihnen hinterfragt Schönebeck nicht nur Charakter und Verhalten von Revolutionären wie Lenin, Trotzki oder Mao, sondern auch die Bedeutung künstlerischer Risikobereitschaft. Schönebecks Gemälde und Zeichnungen waren nicht nur damals ihrer Zeit voraus, sondern haben in ihrer Fragestellung bis heute nichts an Aktualität eingebüßt.

KATALOG ZUR AUSSTELLUNG

Der Katalog stellt erstmals als Werkverzeichnis des malerischen Œuvres alle noch existierenden Leinwandgemälde Schönebecks und etwa 40 Papierarbeiten vor. Eine umfangreiche, auf persönlichen Gesprächen basierende Biographie des Künstlers ordnet ihn in den Kontext der soziopolitischen Ereignisse im Nachkriegsdeutschland ein. Anliegen des Kataloges ist es, Schönebeck wieder zu seinem rechtmäßigen Platz in der Kunstgeschichtsschreibung zu verhelfen. 

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